Washington/Caracas. Der zweite US-Angriff auf Venezuela ist „vorerst abgesagt“. So verkündet es Donald Trump, aber nicht etwa im Namen des Völkerrechts, sondern im Tonfall eines Statthalters, der entscheidet, wann ein Land bombardiert wird und wann nicht. Der Grund für diese temporäre Milde: Freilassungen politischer Gefangener, „gute Zusammenarbeit“ – und vor allem die Aussicht auf Milliardeninvestitionen westlicher Ölkonzerne in die venezolanische Öl- und Gasinfrastruktur.
Das ist kein Frieden. Das ist Erpressung mit aufgeschobener Gewalt.
Kriegsschiffe bleiben – die vorgehaltene Knarre an der Schläfe
Dass US-Kriegsschiffe „aus Sicherheitsgründen“ vor der venezolanischen Küste verbleiben, entlarvt den wahren Charakter dieser Ankündigung. Der Angriff ist nicht vom Tisch, er ist nur vertagt. Die militärische Drohkulisse bleibt bestehen, die Pistole wird nicht weggelegt – es wird nur kurz pausiert, solange die Verwertungsbedingungen stimmen.
Trump spricht offen von „mindestens 100 Milliarden Dollar“ an erwarteten Investitionen großer Ölkonzerne. Die venezolanische Infrastruktur solle „größer, besser, moderner“ wiederaufgebaut werden. Übersetzt heißt das: Rohstoffe ausbeuten, Märkte sichern, Profite garantieren. Nicht für das venezolanische Volk, sondern für transnationale Konzerne, deren Geschäftsmodell auf Plünderung beruht.
Dass dies als „Zusammenarbeit“ verkauft wird, ist blanker Zynismus. Es ist dieselbe imperiale Logik, die seit über einem Jahrhundert Länder des globalen Südens in Rohstofflager und Absatzmärkte verwandelt. Souveränität gilt nur, solange sie der Kapitalverwertung nicht im Weg steht.
Parallel dazu werden erneut Öltanker in der Karibik geentert. Unter dem Vorwand von Sanktionen, Sicherheitsinteressen und angeblichen Verbindungen werden Schiffe beschlagnahmt, Besatzungen festgesetzt, Lieferketten unterbrochen. Das ist die Kanonenbootpolitik im 21. Jahrhundert.
Sanktionen und militärische Aktionen sind zwei Seiten derselben Medaille: Instrumente imperialer Kontrolle.
Venezuela als Exempel
Venezuela ist dabei ein Exempel. Wer über strategische Rohstoffe verfügt und sich der vollständigen Unterordnung entzieht, wird unter Druck gesetzt – wirtschaftlich, politisch, militärisch. Heute Venezuela, gestern Irak, Libyen oder Palästina, morgen das nächste Land, das nicht spurt.
Der Imperialismus duldet keine Alternativen. Er kennt nur Unterwerfung oder Zerschlagung.
Keine Hoffnung auf Gnade
Die Schlussfolgerung kann daher nur eine sein: Nicht auf Trumps Gnaden hoffen. Nicht auf taktische Pausen, nicht auf scheinbare Entspannung, nicht auf Deals zwischen Eliten. Wer auf die Milde des Imperialismus setzt, wird früher oder später von seiner Brutalität eingeholt.
Unsere Antwort muss eine andere sein: Organisation statt Illusionen, internationale Solidarität und der entschlossene Kampf gegen den Feind im eigenen Land – gegen das österreichische Kapital und seine politischen Lakaien. Es braucht klaren, unmissverständlichen Widerstand gegen imperialistische Aggressionen – gegen Angriffe auf Venezuela, auf Gaza, auf Kuba, auf Kolumbien und überall dort, wo Völker unterdrückt, blockiert oder bombardiert werden.
Unsere Solidarität gilt nicht Regierungen oder Konzernen, sondern den unterdrückten Völkern und ihrer Arbeiterklasse. Denn sie sind es, die die Kosten dieser Politik tragen – durch Krieg, Armut, Sanktionen und Ausbeutung.
Der Imperialismus, den wir heute kennen, ist kein Betriebsunfall der Geschichte. Ihn zu stoppen heißt, sich zu organisieren und unsere Kämpfe miteinander zu verbinden. Nicht abwarten, nicht hoffen, nicht betteln, sondern handeln. Nein zu imperialistischer Aggression – ja zur internationalen Solidarität!





















































































