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75 Jahre Kriegsende – 75 Jahre Befreiung vom Faschismus

Am Gründonnerstag des Jahres 1945 – damals der 29. März – überschritten sowjetische Truppen bei Klostermarienberg erstmals die Grenze des von Hitler-Deutschland okkupierten Österreichs. Für die österreichische Bevölkerung bedeutete dies den Beginn vom Ende des Nazi-Terrors.

Burgenland. In der Nacht vom 11. zum 12. März 1938 hatten überall im Land österreichische Nationalsozialisten putschartig die Macht an sich gerissen, in den Morgenstunden des 12. März 1938 war Hitlers Wehrmacht schließlich in Österreich einmarschiert. Es sollte nicht lange dauern, bis dieses Österreich von der Landkarte getilgt und ins faschistische Deutsche Reich eingegliedert wurde. Gänzlich aufgelöst wurde im Oktober 1938 das Burgenland: Die Nazis teilten das erst 1921 zu Österreich gekommende Bundesland nunmehr auf die beiden „Reichsgaue“ Niederdonau (vormals Niederösterreich) und Steiermark auf.

Nach sieben Jahren machte die Rote Armee der Terrorherrschaft von Hitler und seinen Schergen in Ostösterreich ein Ende – das faschistische Regime verantwortete allein im Burgenland beinahe 150 politische Morde, rund 4.000 vertriebene und ermordete Juden, rund 8.000 vertriebene und ermordete Roma und Sinti, ungezählte Tote während der Errichtung der Reichsschutzstellung sowie Euthanasie- und andere Opfer. Noch in den letzten Märztagen 1945 kam es im Burgenland zu bestialischen Verbrechen und Massakern der Nationalsozialisten, etwa in Rechnitz beim so genannten „Kreuzstadl“, in Deutsch Schützen oder in St. Margarethen.

Der Beginn der Befreiung

Sowjetische Verbände der 2. und 3. Ukrainischen Front unter Marschall Fjodor Tolbuchin und Marschall Rodion Malinowski befreiten schließlich ab 29. März 1945 in wenigen Tagen das gesamte Gebiet des Burgenlandes, am 1. April 1945 nahm die Rote Armee Eisenstadt ein. Damit war der Weg nach Wien geöffnet. Am 5. April begann die „Schlacht um Wien“, am 13. April 1945 war schließlich, nach verlustreichen Kämpfen, auch die österreichische Bundeshauptstadt befreit. Am 27. April unterzeichneten Vertreter von SPÖ, ÖVP und KPÖ im Wiener Rathaus die Österreichische Unabhängigkeitserklärung und schufen so die Grundlage für die Wiedergeburt Österreichs. Zu diesem Zeitpunkt wurde im Konzentrationslager Mauthausen noch der letzte Massenmord an österreichischen Widerstandskämpfern der „Welser Gruppe“ beschlossen und durchgeführt. Die Alliierten sollten bei der Befreiung der restlichen Landesteile Österreichs „keine aufbauwilligen Kräfte“ vorfinden.

Es war im Übrigen, wie auch bürgerliche Historikerinnen und Historiker eingestehen müssen, die Sowjetunion, die für die Wiedererrichtung einer unabhängigen, demokratischen und antifaschistischen Republik Österreich nach 1945 eintrat und damit den etwa von britischer Seite vorgebrachten Teilungsplänen Österreichs eine Absage erteilte. Und es war auch die Sowjetunion, die sich 1945 für die Wiedererrichtung des Burgenlandes als eigenständiges Bundesland aussprach. Staatskanzler Karl Renner von der SPÖ hatte sich mit seinen Plänen, das Burgenland zwischen Niederösterreich und der Steiermark aufgeteilt zu lassen, gegenüber Stalin nicht durchsetzen können.

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