Eine neue Studie im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich zeigt, dass Patientinnen und Patienten durch private Zuzahlungen, Zusatzversicherungen und auch persönliche Kontakte deutlich schneller einen Operationstermin erhalten. Wer sich das nicht leisten kann, muss oft monatelang warten.
Wien. Linz. Eine Studie des Instituts für Höhere Studien (IHS) im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich belegt deutliche Unterschiede bei den Wartezeiten auf Operationen. Von 810 befragten Patientinnen und Patienten gaben 13,1 Prozent an, ihnen sei angeboten worden, durch den Besuch einer Privatordination schneller operiert zu werden. Weitere 9,1 Prozent berichteten von Angeboten, die Wartezeit durch private Zuzahlungen zu verkürzen. Dafür wurden Beträge zwischen 200 und 8.600 Euro fällig.
Bei den Befragten handelt es sich um Personen, die in den letzten drei Jahren eine Operation in einem öffentlichen Krankenhaus oder Ordensspital in Oberösterreich hatten.
Die Unterschiede sind dabei durchaus erheblich: Während Patientinnen und Patienten ohne private Zugangswege im Median 20 Wochen auf eine geplante Operation warten mussten, waren es mit einer privaten Zusatzversicherung nur acht Wochen. Wer mehrere private Kanäle nutzte, wartete nur 7,5 Wochen.
Das führt auch dazu, dass Wartezeiten abhängig vom Einkommensniveau große Unterschiede aufweisen. Menschen mit geringerem Einkommen warteten im Median 24 Wochen, während Personen mit einem verfügbaren Haushaltseinkommen von über 2.100 Euro nur 18,5 Wochen warten mussten.
Die Arbeiterkammer kritisiert diese Entwicklung und fordert ein gesetzlich verankertes Recht auf einen Operationstermin innerhalb von zwölf Wochen sowie ein Verbot von Vorreihungen aus nichtmedizinischen Gründen. Laut oberösterreichischem Krankenanstaltengesetz dürfen bei der Terminvergabe ohnehin ausschließlich medizinische, betriebsorganisatorische und soziale Gesichtspunkte ausschlaggebend sein.
Quelle: Der Standard



















































































