Fünf Monate sind seit der ersten Ankündigung von massiven Kürzungen an den Universitäten vergangen. Es folgten Beschwichtigungen und ein langes Hin und Her. Am Samstagnachmittag legte sich die Regierung nun darauf fest, wieviel Geld zwischen 2028 und 2030 tatsächlich an die öffentlichen Universitäten fließt. Und: Es kommt tatsächlich zu drastischen Kürzungen.
Wien. Wie aus einem Papier des SPÖ-geführten Wissenschaftsministeriums hervorgeht, erhalten die Unis 15,89 Milliarden Euro. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP), Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) und NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger bezeichneten dies sinngemäß als „gute Lösung“. Immerhin liegt man damit 235 Millionen Euro über dem bisher festgeschriebenen Finanzrahmengesetz für die Periode 2028 bis 2030.
Doch verglichen mit der aktuellen Leistungsvereinbarungsperiode (2025–2027), in der die Unis 16,2 Milliarden Euro erhalten, ist das auch nominell nicht unerheblich weniger. Das ursprünglich festgelegte Budget betrug 2025–2027 nur 16 Milliarden Euro, später folgten einige außerordentliche Erhöhungen, aber auch Abzüge. So wurden beispielsweise 2025 und 2026 insgesamt 180 Millionen Euro zusätzlich für die Anhebung der Ärztegehälter bereitgestellt. 129 Millionen Euro wurden wiederum durch außerplanmäßige Sparmaßnahmen abgezogen. Künftig müssen Erhöhungen der Ärztegehälter aus dem Gesamttopf von 15,89 Milliarden Euro bezahlt werden.
Rechnet man die Gesamtinflation zwischen beiden Leistungsperioden mit ein, wird deutlich, wie erheblich diese Kürzung tatsächlich ist. Je nach Inflationsprognose sinkt das reale Uni-Budget um neun bis zehn Prozent.
Die Universitäten hatten im Vorfeld schon angekündigt, dass so ein Abschluss zu „drastischem Personalabbau“ führen werde. Rund 80 Prozent der Universitätsbudgets fließen in Personal, diese Warnung erscheint also als realistisch. Schon in den vergangenen Jahren führten Sparmaßnahmen zu Stellenstopps, prekären Arbeitsbedingungen, ausbleibenden Nachbesetzungen und wachsendem Druck auf Beschäftigte im wissenschaftlichen Mittelbau. Besonders betroffen sind junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die ohnehin vielfach mit befristeten Verträgen und unsicheren Perspektiven konfrontiert sind.
Der Rektor der Uni Wien, Sebastian Schütze, hatte außerdem bereits offen mit der Schließung kleinerer Studiengänge gedroht. Betroffen wären davon wohl Fächer mit geringer Studierendenzahl, darunter verschiedene Sprach‑, Kultur- und Regionalstudiengänge – insbesondere auch solche Fächer, die Fähigkeiten vermitteln, für die das österreichische Kapital gerade wenig Verwendung findet.
Doch die Auswirkungen dieses Einschnitts werden in allen Studiengängen zu spüren sein. Bereits jetzt arbeiten viele Institute unter hohem Druck, zahlreiche Stellen sind befristet oder über Drittmittel finanziert. Noch vollere Hörsäle und noch schlechtere Betreuungsverhältnisse erscheinen unausweichlich.
Quellen: Der Standard/Zeitung der Arbeit/Zeitung der Arbeit

















































































