Caracas/Washington. Die jüngsten Ereignisse in Venezuela sind ein Lehrbuchbeispiel imperialistischer Gewaltpolitik – roh, unverblümt und frei von jeder zivilisatorischen Tarnung. Wenn US-Präsident Donald Trump öffentlich erklärt, er wolle sich venezolanisches Öl und dessen Verkaufserlöse unter den Nagel reißen, dann spricht das Imperium aus, was es sonst hinter Sanktionen, „Sicherheitsinteressen“ und diplomatischen Floskeln verbirgt: eine völkerrechtswidrige Aneignung von Ressourcen, die dem venezolanischen Volk gehören.
Man muss sich das einmal vorstellen: Der Präsident der Vereinigten Staaten kündigt an, zig Millionen Barrel venezolanischen Öls würden direkt in US-Häfen verschifft, und er persönlich werde über die Einnahmen verfügen. Nicht das venezolanische Volk, nicht seine Institutionen, nicht seine Arbeiterinnen und Arbeiter – sondern der Präsident einer imperialistischen Großmacht. Angeblich „zum Wohl Venezuelas“. Und falls Caracas sich weigert, soll offenbar mit noch mehr Druck, noch mehr Zwang, noch mehr militärischer Drohkulisse nachgeholfen werden.
Was hier zynisch als Wohltätigkeit verkauft wird, ist in Wahrheit nackte Rohstoffkontrolle. Lenin nannte dieses Stadium des Kapitalismus beim Namen: Imperialismus bedeutet, dass ökonomische Interessen mit politischer und militärischer Gewalt durchgesetzt werden. Venezuela besitzt die größten bekannten Erdölreserven der Welt – und genau deshalb steht das Land seit Jahren im Fadenkreuz. Nicht wegen Demokratie, nicht wegen Menschenrechten, sondern wegen Profiten.
Dieser Angriff ist völkerrechtswidrig. Punkt. Der direkte Eingriff in Venezuelas Ölfelder und Einnahmen – ohne Legitimation, ohne Zustimmung des souveränen Staates – ist nichts anderes als die gewaltsame Ausübung von hegemonieller Macht zugunsten wirtschaftlicher Interessen.
Für das venezolanische Proletariat, für Arbeiterinnen und Arbeiter, für Bäuerinnen und Bauern, bedeutet dieser Schritt nichts Gutes. Schon jetzt ist die Wirtschaft durch Blockaden, Sanktionen und militärischen Druck destabilisiert worden; die Produktion der staatlichen Ölgesellschaft PDVSA brach ein, als imperialistische Zwänge den Export blockierten.
Die Ankündigung, US-Konzerne würden „Milliarden investieren“, um verfallene Infrastruktur zu reparieren, ist nichts weiter als die altbekannte Mär vom kolonialen Wiederaufbau. In Wahrheit bedeutet es die Öffnung des Energiesektors für transnationale Konzerne, die Reprivatisierung gesellschaftlichen Reichtums und die Rückkehr zur Profitlogik des globalen Kapitalismus – auf Kosten der Arbeitsklasse vor Ort.
Internationale Solidarität heißt in dieser Situation: Hände weg von Venezuela! Der US-Imperialismus führt einen ökonomischen Angriffskrieg gegen Venezuela. Er richtet sich gegen die Souveränität des Landes, gegen seine Selbstbestimmung und gegen die materielle Lebensgrundlage der Mehrheit der Bevölkerung.
Unsere Solidarität gilt der Kommunistischen Partei Venezuelas (PCV), dem venezolanischen Volk und seiner Arbeiterklasse. Gegen Rohstoffraub, gegen ökonomische Erpressung, gegen imperialistische Gewalt.
Quelle: ORF





















































































