Nach Beschwerden über den Umgang mit Beschäftigten hat die Universitätsklinik Neunkirchen Konsequenzen gezogen. Der Vertrag des Abteilungsvorstands wurde nach einer dienstrechtlichen Überprüfung aufgelöst.
Die Universitätsklinik Neunkirchen in Niederösterreich hat sich von einem Primararzt getrennt, gegen den im Sommer Vorwürfe wegen ungebührlichen Verhaltens laut geworden waren. Wie die Niederösterreichische Landesgesundheitsagentur (LGA) am 13. Oktober bestätigte, wurde der Vertrag des Abteilungsvorstands nach einer dienstrechtlichen Überprüfung aufgelöst.
Im Mittelpunkt der Beschwerden stand insbesondere der Umgang des Mediziners mit unterstellten Beschäftigten sowie mit Kolleginnen und Kollegen. Laut Berichten der Niederösterreichischen Nachrichten (NÖN) wurden ihm unter anderem unübliche Umgangsformen sowie zweifelhafte Sprüche und Anmerkungen gegenüber der Belegschaft vorgeworfen.
Bereits im September war der Primararzt aufgrund der Beschwerden freigestellt worden. Die LGA leitete eine dienstrechtliche Überprüfung ein und zog nach deren Abschluss Konsequenzen.
Respekt am Arbeitsplatz ist keine Nebensache
Der Fall zeigt, wie wichtig ein respektvoller Umgang im Arbeitsalltag ist und das man sich auch von Vorgesetzen nicht alles gefallen lassen muss. Ein funktionierender Betrieb – nicht nur in Krankenhäusern – ist unter anderem auf Zusammenarbeit, gegenseitiges Vertrauen und ein Arbeitsklima angewiesen, in dem Beschäftigte ihre Aufgaben ohne Angst vor respektlosem Verhalten erfüllen können.
Die Leitung der betroffenen Abteilung hat inzwischen die bisherige stellvertretende Leiterin und erste Oberärztin interimistisch übernommen. Die Stelle des Primararztes soll neu ausgeschrieben werden. Dafür müssen zunächst noch rechtliche Fristen abgewartet werden. Laut Landesgesundheitsagentur ist die Ausschreibung noch für das laufende Jahr geplant.
Für die Beschäftigten bleibt entscheidend, dass aus der Aufarbeitung des Falls auch Konsequenzen für den Arbeitsalltag gezogen werden. Ein respektvolles Arbeitsklima darf nicht vom persönlichen Stil einzelner Vorgesetzter abhängen. Es braucht klare Standards, wirksame Beschwerdemöglichkeiten und eine Führungskultur, die die Würde und die Rechte der Beschäftigten schützt.
Quelle: OÖ Nachrichten




















































































