Zehntausende Passagiere betroffen – während eine Konzerntochter bessere Arbeitsbedingungen durchsetzt, wächst der Unmut bei einer anderen.
Berlin. Ein ganztägiger Streik des Kabinenpersonals hat am Freitag den Flugverkehr in der BRD erheblich beeinträchtigt. Betroffen waren vor allem die Drehkreuze Frankfurt und München sowie weitere Flughäfen, an denen Beschäftigte der Regionaltochter Lufthansa CityLine die Arbeit niederlegten. Organisiert wurde der Ausstand von der Gewerkschaft UFO.
Nach Angaben des Flughafenbetreibers Fraport wurden allein in Frankfurt rund 580 Flüge gestrichen. Etwa 72.000 Passagiere konnten ihre Reise nicht wie geplant antreten. Insgesamt waren für den Tag rund 1.350 Flüge und 155.000 Reisende vorgesehen. Die Zahlen beziehen sich auf alle Airlines vor Ort und könnten sich im Tagesverlauf verändert haben.
Die Lufthansa kritisierte den Streik. Markenchef Jens Ritter bezeichnete die Arbeitsniederlegung als „völlig unverhältnismäßig“. Die Gewerkschaft hingegen verwies auf festgefahrene Verhandlungen und sah die Eskalation als notwendig an.
Parallel dazu wurde bei einer anderen Konzerntochter ein Durchbruch erzielt: Lufthansa City Airlines, die jüngste und kleinste Einheit der Gruppe, schloss ihren ersten Tarifvertrag ab. Die Einigung mit der Gewerkschaft Verdi betrifft rund 500 Beschäftigte im Cockpit und in der Kabine. Vereinbart wurden deutliche Gehaltssteigerungen von 20 bis 35 Prozent in mehreren Stufen bis 2029. Zudem sind zusätzliche freie Tage, mehr Urlaub, eine verbesserte Einsatzplanung und eine stärkere Altersvorsorge vorgesehen.
Die unterschiedlichen Entwicklungen innerhalb der beiden Tochtergesellschaften spiegeln einen grundlegenden Umbau im Konzern wider. Während die Kernmarke weiterhin Langstrecken und wichtige europäische Verbindungen bedient, wurden Kurzstrecken bislang von CityLine übernommen. Diese Struktur soll sich ändern: Der Konzern plant, CityLine bis Jahresende zu schließen und die Zubringerflüge auf City Airlines zu übertragen, die erst 2022 gegründet wurde.
Diese Pläne stoßen bei den Beschäftigten von CityLine auf Widerstand. Viele fürchten den Verlust ihrer Arbeitsplätze oder unklare Perspektiven innerhalb des Konzerns. Der erfolgte Streik ist damit nicht nur Ausdruck eines Tarifkonflikts, sondern auch eines tiefergehenden Strukturwandels in der Luftfahrtbranche, die sich gegen die Beschäftigten kehrt.
Quelle: Reuters



















































































