Eine 38-Jährige Frau wurde am Sonntag von ihrem Ehemann ermordet. Das Problem das sich hier zeigt ist nicht ein einzelner gewalttätiger Mann, sondern ein System, was nicht genügend Schutz gegen Gewalt für Frauen bietet.
Sooß bei Baden. Am Ostersonntag kam es zu einem weiteren Femizid in diesem Jahr. Eine 38-Jährige Frau wurde von Ihrem 47-jährigen Ehemann ermordet. Dieser soll zuerst mit einer Pistole auf sie geschossen haben und sie anschließend mit einem Schraubendreher mit mehreren Stichen getötet haben. Das getrennt lebende Ehepaar hat vier Kinder, es soll vor der Tat zu Streitigkeiten gekommen sein. Der Täter wurde daraufhin verhaftet und hat die Tat laut Behörden gestanden.
Laut dem Verein Autonomer Frauenhäuser markiert diese Tat den sechsten Frauenmord in Österreich 2026. Daneben gab es 24 Fälle schwerer Gewaltanwendung gegen Frauen, soweit die offiziellen Zahlen, die Dunkelziffer ist sicherlich höher. Jede dritte Frau in Österreich erlebt nach ihrem 15. Lebensjahr sexuelle oder körperliche Gewalt. Im Schnitt werden in Österreich jeden Monat drei Frauen ermordet. Die Täter stehen in der Regel im Beziehungs- oder Verwandtschaftsverhältnis zu den Opfern.
Ein Problem mit System
Die Politik reagierte mit zur Schau gestellten Betroffenheit und Bestürzung, von Seiten der SPÖ und ÖVP waren Beileidsbekundungen zu hören. Effektive Handlungen zum Schutz von Frauen sind allerdings nicht zu erwarten.
Frauenhäuser, die eine wichtige Schutzmöglichkeit für gewaltbetroffene Frauen sind, sind in Österreich chronisch überfüllt, besonders in Niederösterreich. 2021 wurden 291 Frauen abgewiesen, die meisten aus Platzgründen. Während es dringend einen Ausbau der Frauenhäuser und Gewaltschutzeinrichtungen bräuchte, um Gewalt und Femizide zu verhindern, wird im Sozialbereich aktuell massiv eingespart und Männer phantasiert von Fußfesseln für vermeintliche islamistische Gefährder
Viele Frauen befinden sich außerdem auch heute in finanzieller Abhängigkeit gegenüber ihren Männern. Gender Pay Gap und weibliche Sorgearbeit, wie unbezahlte Kindererziehung und Pflege von Angehörigen, führen dazu, dass Männer im Durchschnitt mehr verdienen, was die Frau finanziell an diese bindet. Das führt dazu, dass gewaltbetroffene Frauen sich nur unter bestimmten Risiken von ihren gewalttätigen Männern trennen und ohne ihre Lebensgrundlage potentiell gefährden.
Der Staat hat dabei kein Interesse, die Unterdrückung der arbeitenden Frauen zu beenden. Wenn Sorgearbeit unbezahlt von Frauen erledigt wird, spart das immense Kosten für öffentliche Kindererziehung und Pflege. Auch ein Ausbau von öffentlichen Gewaltschutzeinrichtungen, wie Frauenhäusern, verursacht ungewünscht kosten ganz zu schweigen von angemessenen Löhnen.
Quellen: derStandard/ derStandard/ diePresse/ AÖF/ Statistik Austria


















































































