Israel und der Libanon haben eine zehntägige Waffenruhe angekündigt, die am Donnerstag um Mitternacht in Kraft trat. Das kündigte US-Präsident Donald Trump an. Die Waffenruhe folgt auf sechs Wochen der Kämpfe zwischen der Hisbollah und Israel im Libanon, in denen Israel das Land schwer bombardiert hat. Über 2.100 Menschen wurden getötet und mehr als eine Million Menschen vertrieben. Unter anderem wurde auch Brandmunition weißer Phosphor in Wohngebieten eingesetzt.
Schon jetzt Verstöße von israelischer Seite
Das Abkommen wird nicht als besonders stabil eingeschätzt. Bereits am Freitagmorgen berichtete die libanesische Armee von mehrfachen Verstößen gegen den Waffenstillstand seitens der israelischen Armee. Zudem sieht es keinen vollständigen Abzug der israelischen Truppen vor, die weiterhin eine zehn Kilometer breite „Sicherheitszone“ im Südlibanon besetzt halten. Auch die mit dem Iran verbündete Hisbollah war nach eigenen Angaben nicht an den Gesprächen beteiligt und betrachtet die Waffenruhe mit Vorsicht.
Von ehemaligen israelischen Diplomatinnen und Diplomaten wird vermutet, der Deal sei Israel von den USA aufgezwungen worden, da das Hauptziel Israels – die Entwaffnung der Hisbollah – nicht erreicht wurde. Dieser Forderung entgegnet die Hisbollah, sie werde ihre Waffen erst abgeben, wenn Israel libanesischen Boden verlässt und keine Gefahr mehr für das Land darstellt. Die israelische Opposition kritisierte Netanjahu und erklärte, es brauche die „permanente Entfernung der Bedrohung der nördlichen Gebiete Israels. […] Wir werden es in der nächsten Regierung tun.“ Was das bedeutet, wird deutlich gemacht: eine mögliche dauerhafte Besetzung oder Annexion des Südlibanons sowie weitere Gewalt, Vertreibung und massive Eskalation.
Zögerliche Rückkehr libanesischer Vertriebener
Trotz Warnungen der IDF, nördlich des Litani-Flusses zu bleiben, trotz Berichten über weitere israelische Bombardierungen von Krankenwagen und trotz der massiven Zerstörung, die Israel im Südlibanon angerichtet hat, kehren einige Vertriebene nun in ihre Heimatorte zurück. Jedoch ist das Misstrauen über die Waffenruhe groß, weswegen viele Menschen abwarten, bevor sie in ihre Heimat zurückkehren wollen. Auch Hisbollah und die libanesische Regierung warnen vor einer Rückkehr in die Gebiete südlich des Litani-Flusses.
Quelle: Aljazeera/Aljazeera/ORF



















































































