Linz. Mit dem Politischen Zentrum Otto Pensl gibt es seit Samstag einen neuen Ort für kommunistische Politik, Bildung und Kultur in Linz. Zahlreiche Freundinnen und Freunde, Genossinnen und Genossen sowie Interessierte aus dem näheren und weiteren Umfeld kamen zur feierlichen Eröffnung in die Gruberstraße.
Am Samstag, dem 17. Oktober, wurde in der Gruberstraße 23 das Politische Zentrum Otto Pensl feierlich eröffnet. Getragen wird das Vereinslokal vom Verein Aurora, entstanden ist es jedoch als ein gemeinsames Projekt von Partei der Arbeit Österreichs (PdA), Jugendfront und Verein Aurora.
In einer zugleich feierlichen und gelösten Atmosphäre kamen Mitglieder und Freundinnen und Freunde der beteiligten Organisationen ebenso zusammen wie Menschen aus dem unmittelbaren und weiteren Umfeld. Besonders die Zusammensetzung der Gäste zeigte, dass das neue Lokal über den engeren Kreis der Organisationen hinaus auf breites Interesse stößt.
Ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen
Eröffnet wurde der Abend von Raffael Schöberl, der die Gäste im Namen des Vereins Aurora begrüßte. Dabei machte er deutlich, dass das Zentrum aus der gemeinsamen Arbeit vieler Genossinnen und Genossen entstanden ist.
Schöberl beschrieb das Ziel, nicht bloß ein Büro oder einen Sitzungsraum zu schaffen, sondern einen Ort für politische Diskussion und Bildungsarbeit, Vorträge, Filmabende, Kultur, Sitzungen und Workshops – ebenso aber für gemeinsames Essen, Musik und ungezwungene Gespräche. Gesellschaftliche Veränderung beginne dort, „wo Menschen sich zusammentun“, gemeinsame Interessen erkennen und sich organisieren.

„Ein wichtiger Impuls für die weitere Arbeit“
Als erster Redner richtete Moritz Pamminger, Vorsitzender der Jugendfront, Grußworte an die Anwesenden. Für ihn hatte die Eröffnung auch eine persönliche Bedeutung: In Linz sei er selbst erstmals politisch aktiv geworden, und schon vor sieben oder acht Jahren sei darüber gesprochen worden, wie wichtig eigene Räumlichkeiten für die politische Arbeit wären.
Nun gebe es endlich einen eigenen Ort für „Filmabende, Lesekreise, offene Treffen und viele weitere Veranstaltungen“. Pamminger würdigte zugleich die Arbeit, die in die neuen Räumlichkeiten investiert wurde, und bezeichnete deren Eröffnung als wichtigen Impuls für die weitere politische Tätigkeit in Linz und Oberösterreich.
In seinen Grußworten stellte er die Eröffnung auch in die Tradition der Linzer Arbeiterbewegung und betonte die Aufgabe kommunistischer Organisierung unter Arbeiterinnen und Arbeitern sowie insbesondere unter Jugendlichen. Das neue Zentrum biete nun einen festen Ort, „an dem politische Diskussionen geführt, gemeinsame Aktivitäten vorbereitet und neue Menschen für unsere Sache gewonnen werden können“.

Dritter politischer Stützpunkt
Anschließend überbrachte Otto Bruckner, Vorsitzender der Partei der Arbeit Österreichs, die Grußworte der PdA.
Bruckner hob dabei die Bedeutung der Linzer Eröffnung über Oberösterreich hinaus hervor. Nach dem bereits bestehenden Politischen Zentrum Jura Soyfer und der kurz zuvor erfolgten Eröffnung des Politischen Zentrums Hanna Sturm in Eisenstadt ist das Politische Zentrum Otto Pensl der dritte feste Stützpunkt für PdA und Jugendfront.
Für eine vergleichsweise kleine Partei wie die PdA sei das ein großer Schritt. Eigene politische Zentren schaffen schließlich nicht nur bessere organisatorische Voraussetzungen, sie ermöglichen kontinuierliche politische sowie Bildungs- und Kulturarbeit, regelmäßige Veranstaltungen und dauerhafte Präsenz vor Ort.

Wer war Otto Pensl?
Nach einer kurzen Pause stand schließlich der Namensgeber des neuen politischen Zentrums im Mittelpunkt.
Unter dem Titel „Otto Pensl – Arbeiter, Sportler, Kommunist und Widerstandskämpfer“ zeichnete Raffael Schöberl dessen Lebensweg nach. Pensl wurde 1895 in Linz geboren, arbeitete später als Mechaniker in Steyr und machte sich zugleich als herausragender Arbeitersportler einen Namen. 1925 wurde er österreichischer Marathonmeister und war der erste Österreicher, der die Marathondistanz in weniger als drei Stunden bewältigte.
Der Vortrag zeichnete aber vor allem Pensls politische Entwicklung nach: vom Sozialdemokraten und Schutzbündler über seinen Bruch nach den Februarkämpfen 1934 und seinen Anschluss an die illegale KPÖ bis zum kommunistischen Widerstand gegen die Hitler-Faschisten. Besonders eindrücklich waren dabei ausgewertete Gerichtsakten von 1942, durch die Pensl mit seinen eigenen Worten zu Wort kommt.
Nach seiner neuerlichen Verhaftung 1944 wurde er in das KZ Mauthausen eingeliefert. Dort wurde er am 28. April 1945, nur wenige Tage vor der Befreiung des Lagers, gemeinsam mit zahlreichen weiteren oberösterreichischen Kommunisten ermordet.
Damit wurde zugleich deutlich, warum das neue Zentrum seinen Namen trägt: nicht als stiller Erinnerungsort, sondern als lebendiger Raum für politische Bildung, Kultur, Diskussion und Solidarität.

Nicht nur eröffnen, sondern mit Leben füllen
Zum Abschluss des offiziellen Programms gab Alexander Wögerbauer einen Überblick über die bisherige Arbeit der beteiligten Organisationen sowie über geplante Aktivitäten und die Möglichkeiten, die das neue Zentrum künftig bieten soll.
Danach ging die feierliche Eröffnung in den gemütlichen Teil über. Bei Speis und Trank, Musik und vielen Gesprächen zeigte sich bereits an diesem ersten Abend, was das Politische Zentrum Otto Pensl künftig sein soll: kein bloßes Vereinsbüro, sondern ein Ort, an dem politische Arbeit, Bildung, Kultur und gemeinsames gesellschaftliches Leben miteinander verbunden werden.
Mit der Eröffnung in Linz verfügt die kommunistische Bewegung rund um PdA und Jugendfront nun über einen weiteren dauerhaften politischen Stützpunkt. Für die PdA ist das, wie Otto Bruckner hervorhob, angesichts ihrer Größe keineswegs selbstverständlich – und gerade deshalb ein bedeutender Schritt.



















































































