Im Burgenland ist Armut vor allem ein Frauenproblem – besonders Alleinerziehende sind betroffen. Die Caritas fordert konkrete politische Maßnahmen, um finanziell belastete Haushalte zu entlasten.
Eisenstadt. Armut trifft im Burgenland besonders häufig Frauen. Darauf weist die Caritas Burgenland hin und betont, dass mittlerweile jede dritte alleinerziehende Mutter unter der Armutsgefährdungsschwelle lebt. Viele Betroffene würden aus Scham versuchen, ihre finanzielle Notlage zu verbergen.
Laut aktuellen Zahlen der Caritas gilt jeder zehnte Mensch im Burgenland als armutsgefährdet – insgesamt rund 29.000 Burgenländerinnen und Burgenländer. Belastende Lebenshaltungskosten, vor allem für Strom, Lebensmittel und Wohnen, bringen immer mehr Menschen an die Grenzen ihrer finanziellen Möglichkeiten.
Forderung nach Sozialtarifen für Energie
Caritas-Direktorin Melanie Balaskovic appellierte an die Politik, dringend Sozialtarife für Strom- und Energiekosten einzuführen. Diese Maßnahme solle Menschen, die von Armut bedroht sind, spürbar entlasten. Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics betonte, er beobachte bei seinen Pfarrvisitationen häufig, dass Betroffene ihre Armut aus Scham verbergen. Er bezeichnete die Caritas als eine zentrale Institution, die diese verdeckte Not im Burgenland sichtbar mache.
Zwischen Jänner und Mitte November suchten 882 Hilfesuchende die Sozialberatungsstellen der Caritas in Eisenstadt, Neusiedl am See, Oberwart und Güssing auf. Ein Großteil der Ratsuchenden waren Frauen – ein weiteres Indiz dafür, dass Armut im Burgenland in hohem Maße weiblich ist.
Quelle: ORF












































































