Wien. Mit dem Versand von rund 84.000 Forderungsschreiben an Versicherte setzt die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) ein weiteres Zeichen in Richtung Abbau im Gesundheitswesen. Betroffen sind Menschen, die planbare Krankentransporte ohne akuten medizinischen Anlass in Anspruch nehmen mussten – viele von ihnen hochbetagt, chronisch krank oder in ihrer Mobilität stark eingeschränkt. Was als „Kostenbeteiligung“ beschönigt wird, ist in Wahrheit ein weiterer Schritt zur Privatisierung sozialer Risiken und zur Abwälzung der Krisenkosten auf jene, die sich am wenigsten wehren können. Insbesondere Arme Menschen sind im Alter von Krankheiten betroffen und auf solche Transporte angewiesen.
Gesundheit als Geldfrage
Offiziell argumentiert die ÖGK mit Vorwänden wie Transparenz, Ressourcenverantwortung oder der nachhaltigen Sicherung der Versorgung. Doch hinter dieser technokratischen Sprache und einer Alternativenlosigkeit verbirgt sich, das Gesundheitsleistungen schrittweise eingeschränkt, individualisiert und verteuert werden. Krankentransporte sind für viele ältere Menschen, für Pensionistinnen und Pensionisten keine Luxusleistung, sondern Voraussetzung, um medizinische Versorgung in Anspruch nehmen zu können. Wer nicht mobil ist, wer kein Auto besitzt, wer körperlich eingeschränkt ist oder alleine lebt, ist auf diese Transporte angewiesen. Die neue Kostenbeteiligung bedeutet für viele, das Arztbesuche, Therapien oder Kontrolluntersuchungen zur finanziellen Belastung werden und folglich gleich ganz vermieden werden.
Pensionistinnen und Pensionisten zahlen die Zeche
Besonders betroffen sind Pensionist:innen mit niedrigen Einkommen. In einem Land, in dem Altersarmut kein Randphänomen mehr ist, bedeutet jede zusätzliche Gebühr eine reale Bedrohung der Existenzsicherung. Die Möglichkeit einer Ratenzahlung ab 151 Euro ändert daran nichts – sie zeigt nur, wie normalisiert finanzielle Überforderung in Zeiten der andauernden Teuerung ist. Während Vermögen, Konzerne und Großunternehmen weitgehend unangetastet bleiben, wird im Sozial- und Gesundheitsbereich gespart.
Quelle: Kleine Zeitung


















































































