In Paris findet gerade der Weltkongress des International Master Course on Ageing Science (IMCAS) statt. Dieser hält fest, dass die chirurgischen Eingriffe bei Männern im Zeitraum von 2018 bis 2024 um 95 Prozent und bei Frauen um 59 Prozent gestiegen sind. Während nicht-chirurgische Eingriffe wie Botox-Injektionen oder Haarentfernung bei Männern um 116 Prozent und bei Frauen um 55 Prozent gestiegen sind. Auch die Statistik der International Society of Aesthetic Plastic Surgery (ISAPS) zeichnet ein ähnliches Bild.

Aus dem Bericht der globalen Umfrage 2024 der ISAPS geht hervor, dass die am häufigsten durchgeführten chirurgischen Eingriffe Augenlidkorrekturen, Fettabsaugungen, Brustvergrößerungen, Narbenentfernungen und Nasenkorrekturen sind. Bei nicht-chirurgischen Eingriffen sind es hingegen Botox-Injektionen, Hyaluronsäure-Filler, Haarentfernung, Hautstraffung und Säurepeelings.
Am häufigsten werden Schönheitsoperationen in den USA durchgeführt, gefolgt von Brasilien, Japan, Italien und Deutschland. Brasilien liegt bei der Anzahl der chirurgischen Eingriffe sogar vor den USA. In Österreich wird die Anzahl kosmetischer Eingriffe auf 30.000 bis 100.000 geschätzt. Die Österreichische Gesellschaft für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie (ÖGPRÄC) beobachtet in diesem Zusammenhang, dass besonders junge Menschen durch soziale Medien unrealistische Eingriffswünsche hätten und dass durch KI, Filter oder durch kosmetische Eingriffe bearbeitete Gesichter als normal empfunden würden. Abschließend halten der ORF und österreichische Fachärztinnen und Fachärzte die Leserschaft an, ihre Operationen möglichst bei qualifizierten Chirurginnen und Chirurgen in Österreich durchzuführen. Allein in Wien seien im vergangenen Jahr 9 illegale “Beautykliniken” aufgedeckt worden und viele Menschen würden aus Kostengründen zum Beispiel in die Türkei fahren und dort minderwertige Services in Anspruch nehmen.
Die entscheidende Frage, wer davon profitiert, wird jedoch nicht gestellt. Schönheitsbilder in den sozialen Medien sind geprägt von Influencerinnen und Influencern, welche wiederum von Kosmetikfirmen gesponsort werden. Ein unrealistisches Schönheitsideal fördert den Profit, denn wer zufrieden ist, braucht keine Kosmetikprodukte und Schönheitsoperationen. Abseits des Profitinteresses von österreichischen Fachärztinnen und Fachärzten, die selbstverständlich nicht wollen, dass ihre Kundschaft ins Ausland geht, muss auch erwähnt sein, dass für viele Menschen eine Schönheitsoperation auch einfach nicht leistbar ist. Und so offenbart sich erneut die Absurdität der Klassengesellschaft. Während bei öffentlicher Versorgung, von Notunterkünften bis Krankenhäusern tagtäglich eingespart wird, boomt das Geschäft privater (Schönheits-)Ärztinnen und Ärzte. Während die einen obdachlos sind oder monatelang auf eine Operation warten müssen, kaufen sich die anderen einen Platz vorne in der Warteschlange für medizinisch nicht notwendige Eingriffe.



















































































