Seit diesem Schuljahr darf an lettischen Schulen Russisch nicht mehr als Fremdsprache unterrichtet werden.
Riga. Bis zur Konterrevolution war Lettland wie das gesamte Baltikum Teil der Sowjetunion. Die lettische Bevölkerung lebte in Frieden Seite an Seite mit den anderen Völkern der UdSSR. Russisch war dementsprechend immer schon eine wichtige Fremdsprache. Noch heute spricht ungefähr ein Drittel der Menschen zu Hause und im Alltag Russisch. Ieva Silina, die stellvertretende Bildungsministerin des Landes, hat dazu nicht mehr zu sagen als: „Russisch wurde uns einfach aufgezwungen“.
Zirka neun Prozent der Bevölkerung, knapp 170.000 Personen, Nachkommen von Menschen, die während der Zeit der Sowjetunion in das Land gezogen waren, gelten ohnehin als „Nichtbürger“. Das betrifft vor allem die russischsprachige Minderheit. Diese Menschen sind weder passiv noch aktiv wahlberechtigt und auch in anderen Belangen den lettischen Staatsbürgerinnen und ‑bürgern nicht gleichgestellt.
Die Sprachreform an Schulen ist Teil einer umfassenderen Regierungspolitik, die alles zu verbannen versucht, was auch nur irgendwie russisch oder sowjetisch ist. Bereits 2022 wurden am Tag des Sieges, dem 9. Mai, Manifestationen an sowjetischen Denkmälern behördlich untersagt. Später wurden in geschichtsrevisionistischer Manier zahlreiche Denkmäler und Gedenkstätten vollständig abgerissen – darunter das Siegesdenkmal im Zentrum von Riga, das an die Befreiung der Stadt von den faschistischen Besatzern erinnert hatte.
Lettland und die anderen baltischen Staaten führen die geschichtsrevisionistische, antikommunistische und antirussische Kampagne der EU an, indem es die eigene Geschichte durch Verleumdungen über die ’sowjetische Besatzung‘ umschreibt und stattdessen Nazi-Kollaborateure verherrlicht.
Quellen: Tagesschau/Zeitung der Arbeit/Zeitung der Arbeit























































































