Deutschlandsberg. Ein Betrieb mit 26 Beschäftigten wird geschlossen, eine Fortführung ist nicht geplant. Die Rede ist von Herischko Dach GmbH in Bad Schwanberg. Zurück bleiben Menschen, die von einem Tag auf den anderen ihre Existenzgrundlage verlieren – und ein weiteres Beispiel dafür, wie im Kapitalismus wirtschaftliche Risiken nach unten weitergereicht werden.
Das Unternehmen, erst 2020 gegründet, hinterlässt Schulden in Höhe von 928.000 Euro bei einem Vermögen von rund 565.000 Euro. Als Gründe werden gestiegene Materialkosten, höhere Lohnkosten und abgesagte Projekte genannt. Was hier wie eine nüchterne betriebswirtschaftliche Rechnung erscheint, ist in Wahrheit das Ergebnis eines Systems, das auf Konkurrenz, Kostendruck und permanente Unsicherheit ausgelegt ist.
Die Baubranche gilt seit Jahren als besonders anfällig für konjunkturelle Schwankungen. Steigende Preise, schwankende Auftragslagen und verschärfte Wettbewerbsbedingungen treffen vor allem kleinere Betriebe. Während große Konzerne Risiken abfedern können, stehen kleinere Unternehmen unter ständigem Druck, mit knappen Margen zu arbeiten. Sobald die Kalkulation nicht mehr aufgeht, folgt der Zusammenbruch.
Die Konsequenzen tragen jedoch nicht diejenigen, die von diesem System profitieren, sondern die Beschäftigten. 26 Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer verlieren ihre Arbeit, obwohl sie es sind, die den Betrieb am Laufen gehalten haben. Ihre Arbeitskraft hat Werte geschaffen – doch in der Krise zählt das nicht.
Besonders deutlich wird der Widerspruch in der Begründung selbst: Steigende Löhne werden als Problem genannt. Das bedeutet nichts anderes, als dass selbst minimale Verbesserungen für Beschäftigte im bestehenden System als Belastung gelten. Ein System, das höhere Einkommen für Arbeiterinnen und Arbeiter als Risiko betrachtet, zeigt deutlich, wessen Interessen im Zentrum stehen.
Gleichzeitig wird sichtbar, wie abhängig ganze Branchen von der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung sind. Werden Projekte verschoben oder gestrichen, bricht die Grundlage für Beschäftigung weg. Die Insolvenz in Bad Schwanberg ist daher nicht einfach das Scheitern eines einzelnen Unternehmens. Sie ist Teil einer Entwicklung, in der Unsicherheit, Preisdruck und Konkurrenz zur dauerhaften Realität geworden sind.
Für die Beschäftigten bedeutet das Arbeitslosigkeit, Einkommensverlust und existenzielle Unsicherheit. Für das System ist es ein gewöhnlicher Vorgang.
Solange wirtschaftliche Entscheidungen nach Profit und nicht nach gesellschaftlichen Bedürfnissen getroffen werden, wird sich daran nichts ändern. Betriebe entstehen und verschwinden, Märkte wachsen und schrumpfen – doch die Konsequenzen tragen immer die Kolleginnen und Kollegen.
Quelle: Krone



















































































