Während Bomben auf Gasfelder fallen, schnellen in Europa die Preise in die Höhe. Was sich derzeit im Nahen Osten abspielt, ist die brutale Logik imperialistischer Machtpolitik – und ihre Kosten werden, wie immer, nach unten durchgereicht.
Der Angriff der israelischen Luftwaffe auf das iranische Gasfeld South Pars – offenbar in Abstimmung mit den USA – markiert eine neue Qualität. Erstmals wurden zentrale Energieanlagen direkt zum Ziel militärischer Operationen. Die Antwort aus Teheran ließ nicht lange auf sich warten: Raketen trafen Energieinfrastruktur in Katar und Saudi-Arabien, Drohnenangriffe folgten in mehreren Golfstaaten.
Die Folgen? Binnen Stunden stiegen die Gaspreise in Europa um bis zu 35 Prozent, der Ölpreis kletterte auf fast 120 Dollar pro Fass. Ein kurzer Blick auf die Börsen genügt, um zu verstehen, was dieser Krieg wirklich bedeutet: ein gigantisches Umverteilungsprogramm – von unten nach oben.
Energie als Waffe – und Ware
Dass Energieanlagen nun gezielt bombardiert werden, ist kein Zufall. Gas und Öl sind im Kapitalismus keine bloßen Rohstoffe – sie sind geopolitische Machtinstrumente und Profitquellen zugleich. Wer sie kontrolliert, kontrolliert Märkte, Preise und letztlich ganze Volkswirtschaften.
Der Angriff auf South Pars – das größte Gasfeld der Welt – war Kalkül. Ebenso wie die iranischen Gegenschläge auf LNG-Anlagen und Raffinerien. Es geht nicht um „Sicherheit“, nicht um „Verteidigung“, sondern um die Neuaufteilung von Einflusszonen und Ressourcen.
Währenddessen inszeniert sich Washington einmal mehr als ahnungsloser Beobachter – um gleichzeitig mit weiteren Truppenentsendungen zu drohen und ein Kriegsbudget von über 200 Milliarden Dollar zu planen. Die gleiche Macht, die vorgibt, „Stabilität“ zu sichern, gießt systematisch Öl ins Feuer.
Die Rechnung kommt nach Europa
Für die Arbeiterklasse in Österreich und ganz Europa bedeutet das: steigende Energiepreise, höhere Lebenshaltungskosten, neue Inflationsschübe. Schon jetzt sind die Gaspreise seit Kriegsbeginn um mehr als 60 Prozent gestiegen. Jeder weitere Angriff, jede weitere „Eskalation“ wird direkt auf die Stromrechnung, die Heizkosten und die Preise im Supermarkt durchschlagen.
Das ist die eigentliche Logik dieses Systems: Kriege werden oben entschieden, Profite werden oben gemacht – und bezahlt wird unten.
Wenn der OMV-Chef erklärt, hohe Preise seien ein „Signal zum Sparen“, dann ist das nichts anderes als die zynische Übersetzung dieser Realität: Die Bevölkerung soll verzichten, damit Konzerne und geopolitische Strategen ihre Interessen durchsetzen können.
Der aktuelle Konflikt zeigt exemplarisch, wie eng Krieg und Kapitalismus miteinander verwoben sind. Energiekrisen sind keine „Nebenwirkungen“ von Kriegen – sie sind Teil ihrer Funktion. Verknappung treibt Preise, Preise treiben Profite. Und während im Nahen Osten Infrastruktur zerbombt wird, wird in Europa die „Notwendigkeit“ weiterer Aufrüstung und militärischer Absicherung propagiert – finanziert aus öffentlichen Mitteln, also aus den Taschen der arbeitenden Bevölkerung.
Wir zahlen nicht für ihre Kriege
Die politische Botschaft ist klar: Mehr Militär, mehr „Sicherheit“, mehr geopolitische Verantwortung – und gleichzeitig mehr Belastung für die Bevölkerung. Doch diese Logik ist nicht alternativlos.
Die Kriege der imperialistischen Mächte sind nicht unsere Kriege. Sie dienen nicht den Interessen der Arbeiterinnen und Arbeiter – weder in Österreich noch im Iran, noch in Israel oder den Golfstaaten. Die Antwort darauf kann nur eine klare sein: Keine Zustimmung zu Kriegspolitik, keine Akzeptanz von Preisexplosionen als „Naturgesetz“, keine Bereitschaft, die Kosten imperialistischer Machtspiele zu tragen.
Quelle: junge Welt






















































































