Wien. In Österreich ist ein erheblicher Teil traditioneller Obstsorten gefährdet. Laut einer aktuellen Untersuchung des Vereins Arche Noah sind rund drei Viertel der heimischen Sorten vom Aussterben bedroht. Betroffen sind vor allem ältere, regional verbreitete Varianten von Äpfeln, Birnen und Kirschen, die häufig nicht im kommerziellen Plantagenanbau vorkommen.
1.900 Sorten in Gefahr
Insgesamt wurden etwa 2.500 unterschiedliche Obstsorten erfasst. Davon gelten rund 1.900 als gefährdet. Ein zentrales Problem ist, dass viele dieser Sorten nur noch auf wenigen Bäumen existieren – oft in privaten Gärten oder auf Streuobstwiesen.
Um den Bestand zu sichern, wurden die erfassten Sorten in einer Datenbank dokumentiert. Diese soll künftig auch für den Obstbau nutzbar gemacht werden und dazu beitragen, alte Sorten wieder stärker zu verbreiten.
Wirtschaftliche Nutzung als Chance
Neben dem Erhalt der Biodiversität spielt auch die wirtschaftliche Nutzung eine Rolle. Laut Fachleuten könnten innovative Produkte dazu beitragen, alte Obstsorten wieder attraktiver zu machen.
So wurden in Zusammenarbeit mit Landwirtinnen und Landwirten bereits neue Ansätze entwickelt – etwa die Verarbeitung zu Apfelsaft, Essig oder Most aus biodiversen Beständen. Ziel ist es, den Anbau traditioneller Sorten auch wirtschaftlich wieder lohnend zu gestalten.
Klimawandel als zusätzlicher Faktor
Auch der Klimawandel beeinflusst die Entwicklung der Obstbestände. Veränderungen bei Blühzeiten sowie unterschiedliche Widerstandsfähigkeiten gegenüber Krankheiten und Schädlingen machen die Beobachtung der Sorten zunehmend wichtiger.
Im Rahmen eines laufenden Obstmonitorings werden diese Faktoren systematisch untersucht. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen helfen, besonders robuste Sorten zu identifizieren und gezielt zu fördern.
Erhalt als langfristige Aufgabe
Das Monitoring soll weitergeführt werden, um gefährdete Sorten langfristig zu sichern. Ziel ist es, den Bestand nicht nur zu dokumentieren, sondern aktiv wieder aufzubauen und in den Obstbau zu integrieren.
Fachleute sehen darin einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt sowie zur Anpassung der Landwirtschaft an zukünftige Herausforderungen.
Quelle: ORF


















































































