Der illegale Angriffskrieg der USA und Israels auf den Iran erschüttert nicht nur den Nahen Osten, sondern zunehmend auch die Weltwirtschaft. Steigende Öl- und Gaspreise sorgen weltweit für Nervosität – und auch in Österreich wird aufmerksam beobachtet, welche Folgen die militärische Eskalation für Energiepreise haben könnte. Während Strom in der Steiermark vorerst stabil bleibt, warnen Experten bereits vor möglichen Auswirkungen in den kommenden Jahren.
Krieg erschüttert Energiemärkte weltweit
Der Krieg, der mit militärischen Angriffen der USA und Israels auf Ziele im Iran begann, hat die globalen Energie- und Finanzmärkte massiv unter Druck gesetzt. In der Folge startete Teheran eine Reihe von Gegenangriffen, unter anderem mit Raketen und Drohnen gegen militärische Ziele, Infrastruktur und Schiffe in der Golfregion.
Besonders stark betroffen ist die strategisch wichtige Straße von Hormus, eine schmale Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Gaslieferungen passieren diese Route. Angriffe auf Schiffe und Tanker sowie eine deutlich reduzierte Durchfahrt haben den internationalen Energiehandel erheblich gestört. Faktisch ist die Straße von Hormus vom Iran geschlossen worden.
Die Konsequenzen zeigen sich unmittelbar an den Märkten. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent ist seit Beginn des Krieges von rund 72 US-Dollar pro Barrel auf mehr als 106 Dollar gestiegen – ein Anstieg von über 40 Prozent. Noch stärker fiel der Preissprung beim Flüssiggas (LNG) aus: Laut Analysen des Energieunternehmens Kpler sind die Preise hier um fast 60 Prozent gestiegen.
Zusätzlichen Druck auf den Markt erzeugte ein Drohnenangriff auf Anlagen des Unternehmens QatarEnergy, nach dem die Produktion von Flüssiggas vorübergehend ausgesetzt wurde. Katar zählt zu den größten LNG-Exporteuren der Welt und deckt rund ein Fünftel des globalen Bedarfs.
Wirtschaftliche Folgen bereits sichtbar
Die steigenden Energiepreise wirken sich bereits weltweit aus. In mindestens 85 Ländern sind laut Daten internationaler Preisbeobachtungen die Benzinpreise seit Beginn der militärischen Eskalation gestiegen.
In einigen Staaten reagierten Regierungen mit drastischen Maßnahmen: Pakistan und die Philippinen führten eine Vier-Tage-Arbeitswoche für Teile des öffentlichen Dienstes ein, Thailand verpflichtete Staatsbedienstete zu Homeoffice. In Sri Lanka wird der Treibstoffverkauf inzwischen über ein digitales Registrierungssystem geregelt, während in Myanmar Fahrzeuge nur noch an bestimmten Tagen fahren dürfen.
Ökonomen warnen, dass diese Maßnahmen zwar kurzfristig den Energieverbrauch senken sollen, gleichzeitig aber die wirtschaftliche Produktivität beeinträchtigen. Unternehmen produzieren weniger, Dienstleistungen werden eingeschränkt – Faktoren, die eine mögliche globale Wirtschaftskrise weiter verschärfen könnten.
Auch die Finanzmärkte reagieren bereits empfindlich. Seit Beginn des Krieges sind große Aktienindizes weltweit gefallen. Die Börsen in Tokio, London oder Europa verzeichneten deutliche Verluste, während Analysten darauf hinweisen, dass insbesondere Regionen mit hoher Energieabhängigkeit stärker betroffen sind.
Der Internationale Währungsfonds warnte zudem vor steigender Inflation, sollte der Konflikt länger andauern. Historisch seien starke Ölpreisschocks immer wieder mit wirtschaftlichen Krisen oder Rezessionen verbunden gewesen.
Konflikt weitet sich politisch aus
Parallel zu den wirtschaftlichen Auswirkungen verschärft sich auch die geopolitische Lage. Der türkische Außenminister Hakan Fidan bestätigte etwa, dass US- und NATO-Stützpunkte in der Türkei bei den Angriffen auf den Iran genutzt wurden. Gleichzeitig erklärte Ankara, man wolle eine direkte Beteiligung am Krieg vermeiden.
Auch andere Staaten stehen zunehmend unter Druck, Stellung zu beziehen oder sich militärisch zu engagieren. Der US-Präsident forderte NATO-Verbündete dazu auf, sich stärker an der Sicherung der Straße von Hormus zu beteiligen. Andernfalls könne dies negative Konsequenzen für das Bündnis haben.
Mehrere Staaten reagierten zurückhaltend. Frankreich und Deutschland sollen eine Beteiligung bislang abgelehnt haben, auch Großbritannien, Japan und Australien gelten als zögerlich.
Innerhalb der Europäischen Union wird unterdessen diskutiert, bestehende militärische Missionen auszuweiten. Medienberichten zufolge prüfen EU-Außenminister, die europäische Marineoperation „Aspides“, die derzeit im Roten Meer eingesetzt wird, auch auf das Gebiet rund um die Straße von Hormus auszudehnen.
Österreich beobachtet Entwicklung genau
In Österreich sind die unmittelbaren Auswirkungen bislang begrenzt – zumindest beim Strompreis. Besonders deutlich spüren Konsumentinnen und Konsumenten die Entwicklung derzeit an den Tankstellen.
Beim Strom hingegen bleibt die Situation vorerst stabil. Der Landesenergieversorger Energie Steiermark hat den Großteil seines Stroms bereits im Voraus zu fixen Preisen an den Börsen eingekauft. Deshalb sollen die Tarife im laufenden Jahr sogar sinken.
„Das ist auch der Grund, dass wir die Strompreissenkung wie geplant im Sommer durchführen können“, erklärt Unternehmenssprecher Urs Harnik. Die Preise sollen demnach um rund 17 Prozent reduziert werden. Für das Jahr 2026 seien ebenfalls keine Erhöhungen geplant.
Trotz dieser kurzfristigen Entlastung bleibt der Energiemarkt anfällig für internationale Entwicklungen. Strompreise hängen indirekt stark vom Gaspreis ab, weil ein Teil der Stromproduktion weiterhin in Gaskraftwerken erfolgt.
Gaspreise als entscheidender Faktor
Durch den Krieg sind die Gaspreise bereits gestiegen. Laut Johannes Mayer von der österreichischen Regulierungsbehörde E‑Control dürfte sich das jedoch kurzfristig noch nicht stark auf Stromtarife auswirken.
„Da rechnen wir nicht mit wesentlichen Preissteigerungen aufgrund höherer Gaspreise – aber im nächsten Winter ist sicherlich damit zu rechnen“, sagt Mayer.
Besonders relevant ist dabei die Entwicklung rund um die Straße von Hormus. Sollte der Konflikt eskalieren oder wichtige Energieanlagen beschädigt werden, könnten sich die Preise deutlich erhöhen.
Der Energieexperte Karl Rose verweist darauf, dass vor allem mögliche Angriffe auf Raffinerien im Golfraum die Lage dramatisch verschärfen könnten. „Was äußerst verschärfend wäre für die Preissituation, wären erfolgreiche Angriffe auf die Raffinerien“, erklärt er.
Gleichzeitig weist Rose darauf hin, dass ein Großteil der Öl- und Gaslieferungen aus der Region nicht nach Europa, sondern nach Asien geht. Rund 90 Prozent der Exporte werden dorthin geliefert.
Kurzfristig rechnen Experten daher nicht mit drastischen Strompreiserhöhungen in Österreich. Dennoch bleibt die Lage unsicher. Sollte der Krieg länger dauern oder sich ausweiten, könnten Energiepreise weltweit weiter steigen.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher mit flexiblen Stromtarifen empfiehlt die Regulierungsbehörde daher, die Entwicklung aufmerksam zu verfolgen. Wer mehr Planungssicherheit wolle, könne einen längerfristigen Fixtarif abschließen.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich die Energiemärkte wieder beruhigen oder ob die militärische Eskalation im Nahen Osten langfristige Folgen für Wirtschaft und Energiepreise haben wird. Klar ist jedoch schon jetzt: Die Konsequenzen des imperialistischen Krieges müssen wieder einmal die Völker tragen.



















































































