Der Februar 1934 markierte einen der entscheidenden Wendepunkte der österreichischen Arbeiterbewegung. Es war dies kein isolierter Aufstand, sondern der verspätete und politisch unzureichend vorbereitete Versuch der österreichischen Arbeiterbewegung, die Errichtung der austrofaschistischen Diktatur zu stoppen. In Linz, Wien, Steyr, Graz, Hallein und weiteren Industriestandorten erhoben sich Teile der organisierten Arbeiterklasse, insbesondere aus der Basis des Republikanischer Schutzbund, gegen den autoritären Staatsumbau.
Aus kommunistischer Sicht zeigt diese Niederlage vor allem den Klassencharakter des bürgerlichen Staates: Er stand nicht „zwischen“ den Klassen, sondern handelte als Instrument der herrschenden Klasse. Die Diktatur wurde nicht durch eine Massenbewegung von unten erzwungen, sondern durch Regierung, Militär, Polizei und Verwaltung von oben durchgesetzt. Der Austrofaschismus war damit keine Abweichung vom kapitalistischen System, sondern eine seiner möglichen Herrschaftsformen in der Krise.
Zugleich offenbarte sich die politische Schwäche der Arbeiterbewegung. Die Sozialdemokratie hielt an der Illusion fest, der bürgerliche Staat könne schrittweise im Sinne der Arbeiterklasse genutzt werden, und war nicht bereit, den offenen Bruch mit diesem Staat zu vollziehen. Die Kommunistische Partei Österreichs wiederum war trotz politischer Fortschritte organisatorisch nicht in der Lage, eine führende revolutionäre Rolle einzunehmen. Das Fehlen einer ausreichend in der Klasse verankerten, kampffähigen revolutionären Partei war damit ein zentraler Grund für die Niederlage.
Aus kommunistischer Sicht ist der Februar 1934 kein bloßes Gedenkdatum. Er ist eine politische Mahnung. Wer heute von Antikapitalismus und Antifaschismus spricht, ohne den Klassencharakter des Staates zu benennen und ohne die Notwendigkeit eigenständiger Organisierung der Arbeiterklasse zu betonen, bleibt auf der Ebene moralischer Appelle stehen.
Der Februar 1934 bleibt deshalb eine historische Lehre: Faschismus ist keine Machtübernahme „radikaler Ränder“, sondern eine autoritäre Form kapitalistischer Herrschaft. Und ohne eigenständige, klassenbewusste Organisation der Arbeiterklasse bleibt auch entschlossener Widerstand politisch wirkungslos.
Vor diesem historischen Hintergrund stehen auch die kommenden Gedenkveranstaltungen zum Februar 1934. Sie sind keine ritualisierte Erinnerung, sondern Ausdruck einer bewussten politischen Auseinandersetzung mit der Geschichte der österreichischen Arbeiterbewegung.
Hallein – historischer Spaziergang
Am 12. Februar 2026 lädt die PdA Salzburg zu einem politisch-historischen Spaziergang in Hallein ein. Hallein war ein wichtiger Industriestandort und Teil jener regionalen Zentren, in denen der Widerstand der Arbeiterbewegung gegen den Austrofaschismus sichtbar wurde.
Start ist um 18.00 Uhr am Bahnhof Hallein, Ziel ist die Brauerei Kaltenhausen. Im Rahmen des Spaziergangs werden die lokalen Ereignisse des Februar 1934 historisch eingeordnet.
Linz – Kundgebung am Ausgangspunkt der Kämpfe
In Linz begann am 12. Februar 1934 der bewaffnete Widerstand. Die Ereignisse in Linz wirkten als Signal für weitere Kampfhandlungen in anderen Städten.
Die Kundgebung findet am 12. Februar 2026 um 18.00 Uhr beim Bulgariplatz statt – jenem Ort, an dem bis heute an den Beginn der Februarkämpfe erinnert wird. Ziel ist es, den Widerstand zu würdigen, der Opfer zu gedenken und die historischen Erfahrungen in die politische Gegenwart zu übersetzen.
Wien – Demonstration der antifaschistischen Bewegung
Auch in Wien wird am 12. Februar 2026 um 18.00 Uhr der Februarkämpfe gedacht. Die Demonstration startet am Kardinal-Nagl-Platz. In Wien waren die Arbeiterbezirke Schauplatz schwerer Kämpfe, insbesondere in den Gemeindebauten.
Die Teilnahme an der Bündnisdemonstration steht im Zeichen des gemeinsamen antifaschistischen Gedenkens und der politischen Verantwortung gegenüber der Geschichte der Arbeiterbewegung.
Erinnerung und Klassenkampf gehören zusammen
Der Februar 1934 erinnert daran, dass soziale Errungenschaften und demokratische Rechte nicht durch Wohlwollen der Herrschenden entstehen, sondern durch organisierte Klassenkämpfe. Er zeigt zugleich, dass Mut und Opferbereitschaft allein nicht ausreichen, wenn es an revolutionärer Organisation und klarer politischer Strategie fehlt.
Die kommenden Gedenkveranstaltungen sind daher Teil eines notwendigen politischen Lernprozesses: aus der Geschichte der Niederlagen, aber auch aus der Geschichte des Widerstands – für eine bewusste, organisierte und kämpferische Arbeiterbewegung in der Gegenwart.




















































































