Die Zahl der Lehrlinge in Österreich ist weiter gesunken. Ende September waren laut Wirtschaftskammer (WKO) rund 95.000 Jugendliche in einer betrieblichen Lehrausbildung – um 4,3 Prozent weniger als im Vorjahr.
Besonders stark fiel der Rückgang in der Industrie aus, wo es zum Stichtag am 30. September rund 15.400 Lehrlinge gab – um 6,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Handel beträgt der Rückgang 5,5 Prozent. Im deutlich kleineren Bereich Information/Consulting sind es heuer rund 2.100 Jugendliche, die sich in einer betrieblichen Lehrausbildung befinden – um 15,9 Prozent weniger als 2025. Die Zahl der Lehranfänger sank um 4,8 Prozent auf zirka 28.100.
Lediglich im Rahmen der überbetrieblichen Lehrausbildung stieg die Zahl der Lehrlinge um fünf Prozent auf knapp 6.000. Anstelle des Lehrlingseinkommens gibt es in der überbetrieblichen Lehrausbildung eine Ausbildungsbeihilfe, die vom Arbeitsmarktservice bezahlt wird. Dieses beträgt im ersten und zweiten Lehrjahr nur knapp 440 Euro und ab dem 3. Lehrjahr knapp über 1.000 Euro. Man verdient also deutlich weniger als selbst in den am schlechtesten bezahlten betrieblichen Lehrausbildungen.
Immer mehr Jugendliche sind auf diese Ausbildungsform angewiesen, weil Betriebe zu wenige Lehrstellen anbieten. Alleine in Wien gibt es 5.163 mehr Lehrstellensuchende als offene Lehrstellen.
Während Unternehmen regelmäßig über Fachkräftemangel klagen, sind immer weniger bereit, die Kosten für die Ausbildung jener zu tragen, die künftig ihre Profite produzieren sollen. Zugleich leidet die Qualität der Lehre. Laut dem österreichweiten ÖGJ-Lehrlingsmonitor, für den mehr als 6.000 Lehrlinge befragt wurden, bewertet mehr als ein Drittel die Ausbildungsbedingungen als schlecht oder sehr schlecht.




















































































