Unter der Losung „Wir Hafenarbeiter arbeiten nicht für den Krieg“ bereiten Gewerkschaften aus mehreren Ländern für den 30. Oktober einen gemeinsamen Streik- und Aktionstag vor. Sie wollen verhindern, dass Häfen für Waffentransporte und imperialistische Kriege genutzt werden. Außerdem kämpfen sie für höhere Löhne, sichere Arbeitsplätze und bessere Arbeitsbedingungen.
Am 30. Oktober wollen Hafenarbeiterinnen und ‑arbeiter in Dutzenden Häfen Europas, Asiens und Nordafrikas die Arbeit niederlegen und gegen die militärische Nutzung ihrer Häfen protestieren. Streikbeschlüsse liegen unter anderem für 27 Häfen in Frankreich, zehn in Italien, drei in der Türkei, jeweils zwei im Baskenland, auf Zypern und in Marokko sowie für den griechischen Hafen Piräus vor. Auch Beschäftigte anderer Branchen, darunter Seeleute sowie Metallarbeiterinnen und ‑arbeiter schließen sich den Mobilisierungen an.
Ausgangspunkt ist das dritte internationale Treffen der Hafenarbeitergewerkschaften aus dem Mittelmeerraum und Europa, das im Mai 2026 in Istanbul stattfand. Dort verständigten sich die französische CGT Ports et Docks, die griechische ENEDEP, die baskische LAB, die türkische Liman-İş, die marokkanische ODT und die italienische USB auf eine gemeinsame Erklärung. Das Gewerkschaftsnetzwerk vertritt Beschäftigte in mehr als 40 Häfen. Seither haben sich etliche weitere Gewerkschaften dem Aufruf angeschlossen.
Im Mittelpunkt des Aktionstags steht die Forderung, Häfen nicht länger für den Transport von Waffen, Munition, militärischer Ausrüstung und Truppen in Kriegsgebiete zur Verfügung zu stellen. Die Gewerkschaften wenden sich gegen die Umwandlung von Häfen und anderer strategischer Infrastruktur in militärische Stützpunkte der NATO, der USA und der EU. Sie verlangen ein sofortiges Ende des Völkermords am palästinensischen Volk, die Anerkennung eines unabhängigen palästinensischen Staates in den Grenzen von 1967 mit Ostjerusalem als Hauptstadt und ein Ende der US-amerikanischen und israelischen Aggressionskriege in Westasien.
Die Hafenarbeiterinnen und ‑arbeiter richten sich damit auch gegen die Kriegspolitik ihrer eigenen Regierungen. Die Häfen sind zentrale Umschlagplätze für den internationalen Warenverkehr, und auch für den Transport von Kriegsgerät. Ohne die Arbeit der Hafenbeschäftigten können Waffen- und Rüstungslieferungen nicht reibungslos abgewickelt werden.
Der Kampf gegen Krieg und Militarisierung ist dabei unmittelbar auch mit den wirtschaftlichen Interessen der Beschäftigten verbunden. Während die Regierungen Milliarden für Aufrüstung bereitstellen, kämpfen die Hafenarbeiterinnen und ‑arbeiter gegen Reallohnverluste, unsichere Beschäftigung und die Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen. Die Istanbuler Erklärung fordert deshalb Tarifverträge mit tatsächlichen Lohnerhöhungen, Arbeitszeitverkürzungen, sicheren Arbeitsplätzen und angemessenen Pensionen.
Die Gewerkschaften lehnen die Kriegswirtschaft ab und fordern, öffentliche Mittel für die sozialen Bedürfnisse der Bevölkerung statt für Rüstungsprogramme einzusetzen. Damit stellen sie sich gegen eine Politik, bei der die Beschäftigten sowohl die Kosten der Aufrüstung tragen als auch die Waffen für die Kriege verladen sollen, an denen Rüstungskonzerne und andere große Konzerne verdienen.
Wie die Aktionen am 30. Oktober konkret durchgeführt werden, entscheiden die beteiligten Gewerkschaften entsprechend den Bedingungen in ihren Ländern. Streiks und die Verhinderung von Waffentransporten stehen dabei im Mittelpunkt. Zugleich rufen die Unterzeichner der Istanbuler Erklärung weitere Hafenarbeitergewerkschaften dazu auf, sich dem internationalen Aktionstag anzuschließen.
Die Hafenbeschäftigten senden mit der Istanbuler Erklärung eine deutliche Botschaft in die Welt: „Wir Hafenarbeiter arbeiten nicht für den Krieg. Häfen des Volkes und des Friedens, nicht Stützpunkte der Imperialisten.“





















































































