Die Teilnahme Israels beim Eurovision Song Contest im Mai 2026 in Wien wurde beschlossen. Daraufhin haben gleich einige europäische Länder abgesagt.
Genf/Wien. Der 70. Eurovision Song Contest (ESC) wird nächstes Jahr unter Beteiligung Israels in Wien stattfinden. Das entschied die Generalversammlung der European Broadcasting Union (EBU) in Genf. In Österreich, dem Veranstalterland, löste die Entscheidung völlig unverständliche Euphorie bei ORF-Generaldirektor Roland Weißmann und Wiens Bürgermeister Michael Ludwig aus. Weniger erfreut zeigten sich einige öffentlich-rechtliche TV-Anstalten aus anderen europäischen Ländern: Spanien, Irland, Slowenien und die Niederlande sagten prompt ihre Teilnahme ab.
„Israelische Künstler*innen sollen und werden bei uns immer ihre Darbietungen durchführen können. Generell bin ich skeptisch, was den Boykott von Künstlerinnen und Künstlern angeht – insbesondere, wenn es ihre Herkunft betrifft“ sagte der sozialdemokratische Wiener Bürgermeister Michael Ludwig. Das gilt offenbar nicht für die Russische Föderation und Belarus, die seit einigen Jahren vom Songcontest ausgeschlossen sind.
Im vorigen Jahr hatte Israel mit bezahlten Kampagnen in den sozialen Medien und Lobbying vor den Abstimmungen ihre Kandidatin zu pushen, die auch prompt in eine israelische Fahne gehüllt herumlief. Mit Yuval Raphael schickte man eine Überlebende des Hamas-Massakers vom 7. Oktober 2023 ins Rennen, um damit noch einmal extra zu punkten. Aber trotz des ganzen Aufwands erreichte Israel nur den 2. Platz hinter Österreich. Es ist zu erwarten, dass der Killerstaat Israel seine Teilnahme auch dieses Mal wieder propagandistisch ausschlachten wird.
Staatsterrorismus und Genozid an Palästinenser gehen weiter
Unterdessen geht der Genozid an der Bevölkerung des Gaza-Streifens unvermindert weiter. Seit dem 7. Oktober 2023 wurden in Gaza mehr als 70.000 Menschen getötet und 171.000 verletzt. Seit der von den USA ausgerufenen Waffenruhe wurden 360 Menschen getötet und mehr als 900 verletzt.
Der Terror rechtsradikaler Siedler im Verbund mit der israelischen Armee gegen die Bewohner der Westbank gehen unterdessen auch unvermindert weiter. Menschen werden aus ihren Häusern vertrieben, verletzt und getötet. Uralte Olivenhaine werden zerstört und damit palästinensischen Landwirten die Existenzgrundlage entzogen. Es vergeht auch im Westjordanland kaum ein Tag ohne israelische Verbrechen, ohne Verletzte und Tote.
Damit nicht genug, wird auch wieder der Libanon bombardiert. Teile Syriens wurden besetzt und Israel schickt auch dort seine Bomber und Soldaten nach Belieben.
Der Präsident der spanischen Rundfunkanstalt RTVE, Jose Pablo Lopez sagte, die Entscheidung zur Teilnahme Israels bestätige, dass es sich nicht um einen Musikwettbewerb handle, sondern um ein Festival, das von geopolitischen Interessen dominiert werde. „Unsere Botschaft ist, dass wir nicht teilnehmen werden … wenn Israel dort ist – im Namen der 20.000 Kinder, die in Gaza gestorben sind“, gab Natalija Gorscak, Vorsitzende des RTV Sloweniens, nach der Abstimmung bekannt. Die entgültige Liste der teilnehmenden Länder wird erst vor Weihnachten veröffentlicht, es könnten also noch weitere Absagen hinzukommen. Die beiden Halbfinals werden am 12. und 14. Mai, das große Finale am 16. Mai in der Wiener Stadthalle stattfinden.
Quellen: ORF/Al Jazeera




















































































