Im Jemen eskalieren die Kämpfe zwischen Ansarullah und der von Saudi-Arabien gestützten Marionettenregierung. Nun sollen türkische und pakistanische Soldaten nach Saudi-Arabien verlegt werden.
Sanaa. Riad. Im Jemen hat die von Saudi-Arabien unterstützte Marionettenregierung eine neue Großoffensive gegen Ansarullah (oft auch als Huthi-Bewegung bezeichnet) begonnen. Unter dem Namen „Jemen-Morgendämmerung“ sollen die von ihnen kontrollierten Gebiete zurückerobert werden. Ziel ist auch die Einnahme der Hauptstadt Sanaa. An der Spitze der sogenannten Regierung steht Rashad al-Alimi. Er lebt in Saudi-Arabien und wird von der saudischen Monarchie finanziert und unterstützt.
Besonders umkämpft ist die Region um die Meerenge Bab al-Mandab. Die unter saudischer Führung stehenden Truppen meldeten die Rückeroberung mehrerer Gebiete, darunter der Stadt Moka. Die Führung der Ansarullah bestreitet diese Angaben. Gleichzeitig waren auch in der saudischen Hauptstadt Riad heftige Explosionen zu hören.
Die Kämpfe um Bab al-Mandab haben eine Bedeutung weit über den Jemen hinaus. Die Meerenge verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und ist damit eine der wichtigen Handelsrouten zwischen Europa und Asien. Die Huthis greifen seit dem Beginn des israelischen Vernichtungskrieges gegen Gaza Schiffe im Roten Meer an. Für Saudi-Arabien geht es zugleich um die Absicherung seiner Ölindustrie und seiner Exportwege.
Türkei und Pakistan schicken Militär
Mit der neuerlichen Eskalation wird nun auch das sogenannte Mekka-Abkommen aktiviert. Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan beschlossen bei einem außerordentlichen Treffen in Riad die schnelle Verlegung türkischer und pakistanischer Truppen und militärischer Mittel auf saudisches Gebiet.
Das Bündnis war erst am 7. August von dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman und dem pakistanischen Premierminister Shahbaz Sharif geschlossen worden. Sein wichtigster Punkt wurde nach dem Vorbild des NATO-Vertrags formuliert: Ein Angriff auf einen der drei Staaten soll als Angriff auf alle gelten.
Damit können Angriffe der Huthis auf Saudi-Arabien unmittelbar zum Anlass für einen türkischen und pakistanischen Militäreinsatz werden. Bei der Unterzeichnung vor gerade einmal zwei Monaten wurde das noch als Schritt zur „Abschreckung“ verkauft.
Soldaten für Öl und Handelswege
Hinter der militärischen Eskalation stehen Kapitalinteressen. Saudi-Arabien ist auf sichere Transportwege für seine Ölexporte angewiesen. Angriffe der Huthis treffen deshalb einen empfindlichen Punkt. Neben dem Schiffsverkehr im Roten Meer wurden auch die Ost-West-Pipeline und Anlagen des staatlichen Ölkonzerns Aramco angegriffen.
Saudi-Arabien versucht nun, die militärischen Risiken stärker auf seine Verbündeten zu verteilen. Die Monarchie verfügt über enorme Finanzmittel, die Türkei und Pakistan über große Armeen. Türkische und pakistanische Soldaten sollen damit letztlich ihre Leben für die Kontrolle über Ölquellen, Pipelines, Häfen und Handelsrouten geben.
Die türkische Regierung stellte das Mekka-Abkommen ursprünglich als Schritt hin zu einer eigenständigen Großmachtpolitik in Abgrenzung zum Westen dar. Man wolle ein „islamisches Machtzentrum“ gegen den Westen errichten. Diese Aussagen wurden schnell widerlegt, unter anderem vom US-Präsident selbst. In den ersten Tagen nach der Unterzeichnung des Mekka-Abkommens äußerte Donald Trump seine Zufriedenheit mit dem Prozess und bezeichnete das Abkommen als einen „großen und mutigen Schritt“. Der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, erklärte nach Bekanntgabe des Bündnisses sehr ruhig: „Ich glaube nicht, dass es in Washington irgendwelche Bedenken gibt à la ‚Oh mein Gott, das ist schrecklich‘“, und bestätigte damit eindeutig, dass das Abkommen in keiner Weise israelische oder US-amerikanische Interessen gefährdet.
Für die USA liegt der Nutzen auf der Hand. Regionale Verbündete können militärische Aufgaben übernehmen, ohne dass Washington selbst in größerem Umfang Soldaten in einen weiteren Krieg schicken muss. Das militärische Risiko wird auf türkische und pakistanische Soldaten abgewälzt, während saudisches Kapital die dafür notwendigen Mittel bereitstellt. Die Mekka-Allianz erscheint als ergänzender Dienstleister der NATO in der Region. Offensichtlich handelt es sich bei diesem Bündnis um einen US-amerikanischen Schutzschild, der dazu dienen soll, Ansarullah, die den palästinensischen Widerstand gegen Israel unterstützt, zu bekämpfen und den Iran einzukreisen.




















































































