Die britische Anarcho-Punk-Band Chumbawamba kritisiert scharf, dass die spanische Rechtsaußenpartei Vox ihren Hit „Tubthumping“ im Regionalwahlkampf in Aragón verwendet – und fordert ein Ende der Instrumentalisierung linker Kultur durch die extreme Rechte.
Auch Rechte brauchen manchmal Motivationssongs. Die britische Anarcho-Punk-Band Chumbawamba hat jedoch öffentlich Protest eingelegt, nachdem die spanische Partei Vox ihren bekanntesten Song Tubthumping im aktuellen Wahlkampf für die Regionalwahlen in Aragón eingesetzt hatte. Aus Sicht der Musikerinnen und Musiker widerspricht die Nutzung des Liedes durch eine rechtsextreme Partei dem politischen Geist der Band fundamental.
Auslöser der Kritik war ein Video, das Vox-Vorsitzender Santiago Abascal am vergangenen Donnerstag auf Facebook veröffentlichte. Darin ist er bei einem Auftritt im aragonesischen Ort Caspe zu sehen, umgeben von Anhängern – im Hintergrund läuft Tubthumping. Bandmitglieder wurden kurz darauf aus Spanien telefonisch darauf aufmerksam gemacht.
Sänger und Gitarrist Boff Whalley machte deutlich, dass Vox weder den Inhalt noch den politischen Kontext des Songs verstehe. Man könne „die Musik der Linken, der Anarchisten und derjenigen, die Widerstand gegen die extreme Rechte leisten“, nicht für eine solche Kampagne verwenden. Gerade weil Tubthumping ein international bekanntes Lied sei, das immer wieder neu entdeckt werde, werde es gelegentlich auch von der extremen Rechten missbraucht – umso wichtiger sei es, dem klar zu widersprechen:
„Weil es eine Art universeller Song ist, einer von denen, die immer wieder zurückkommen und nach Phasen der Vergessenheit erneut populär werden, wird er manchmal von rechtsextremen Idioten benutzt. Und als wir herausfanden, dass Vox ihn in ihren Kampagnen verwendet, dachten wir, wir müssten ihnen sagen, dass sie das nicht dürfen“, sagte Whalley in diesem Kontext.
Whalley ordnete den Vorfall zudem politisch breiter ein. Angesichts des Erstarkens der extremen Rechten im Vereinigten Königreich, in Europa und auch in den USA sei es notwendig, öffentlich Stellung zu beziehen. Wer Musik und Kunst für politische Zwecke nutzen wolle, solle eigene kulturelle Ausdrucksformen entwickeln, statt sich an der Arbeit von Künstlern zu bedienen, die klar gegen rechte Ideologien stehen.
Auch Alice Nutter, Sängerin und Perkussionistin der Band, meldete sich zu Wort. In einem Facebook-Beitrag erklärte sie, Chumbawamba hätten Facebook aufgefordert, das Lied aus dem Beitrag von Abascal zu entfernen. Sie bezeichnete den Post als rassistisch und migrationsfeindlich und betonte, dass die Band politisch vielmehr mit der jüngsten Entscheidung der spanischen Regierung übereinstimme, den Aufenthaltsstatus von rund einer halben Million Migrantinnen und Migranten zu legalisieren.
Chumbawamba, die sich 2012 aufgelöst haben, treten damit geschlossen gegen die Vereinnahmung ihres musikalischen Erbes auf. Der Fall reiht sich ein in eine lange Geschichte von Konflikten zwischen rechten Parteien und Künstlern, deren Werke trotz klar gegenteiliger Botschaften für politische Kampagnen genutzt werden.
Quelle: teleSUR


















































































