Die zweitgrößte deutsche Bank hebt ihre Gewinnziele an und kündigt einen weiteren Stellenabbau an. Hintergrund ist der anhaltende Übernahmekonflikt mit der italienischen UniCredit, die ihren Einfluss auf die Commerzbank zuletzt weiter ausgebaut hat.
Frankfurt a.M. Die Commerzbank hat den Abbau von 3.000 Arbeitsplätzen angekündigt und zugleich ihre mittelfristigen Geschäftsziele angehoben. Die Maßnahmen sind Teil einer Strategie, mit der sich die Bank gegen eine Übernahme durch die italienische UniCredit behaupten will.
Seit Monaten stehen beide Institute in einem offenen Konflikt. UniCredit-Chef Andrea Orcel verfolgt den Aufbau eines paneuropäischen Bankenkonzerns und hatte Anfang der Woche offiziell ein Übernahmeangebot für die Commerzbank im Umfang von 37 Milliarden Euro vorgelegt. Nach Angaben der deutschen Bank liegt das Angebot unter dem Marktwert.
Die Commerzbank kritisierte die Pläne aus Italien scharf. Der von UniCredit vorgestellte Plan sei „vage“ und mit erheblichen Risiken verbunden. Zudem werfe die Bank der italienischen Konkurrenz vor, mit irreführenden Darstellungen das Ansehen der Commerzbank zu beschädigen.
Egal wer übernimmt: Arbeitsplätze werden abgebaut
Der nun angekündigte Stellenabbau ist bereits die dritte größere Kürzungsrunde innerhalb weniger Jahre. Bereits zu Beginn des Jahrzehnts hatte die Commerzbank rund 10.000 Stellen gestrichen, was etwa einem Drittel der deutschen Belegschaft entsprach. Im vergangenen Jahr folgte die Ankündigung weiterer 3.900 Einsparungen. Orcel hatte zudem deutlich gemacht, dass im Fall einer Übernahme auch der Hauptsitz in Frankfurt deutlich verkleinert werden könnte.
Die Bank versucht zugleich, Investoren von ihrer Eigenständigkeit zu überzeugen. Für das Jahr 2028 erwartet sie nun einen Umsatz von 15 Milliarden Euro statt bislang 14,2 Milliarden Euro. Beim Gewinn peilt die Bank 4,6 Milliarden Euro an, nachdem zuvor 4,2 Milliarden Euro als Ziel genannt worden waren.
UniCredit hält inzwischen knapp 30 Prozent an der Commerzbank und ist damit größter Aktionär des Instituts. Die italienische Bank argumentiert, größere europäische Banken seien angesichts geopolitischer Unsicherheiten notwendig und die Commerzbank schöpfe ihr wirtschaftliches Potenzial bislang nicht vollständig aus.
Die Führung der Commerzbank hält dennoch an ihrem Kurs der Unabhängigkeit fest. Gespräche zwischen den Spitzen beider Banken Anfang des Jahres blieben ohne Ergebnis und scheiterten nach Ostern.
Zeitgleich mit den strategischen Ankündigungen veröffentlichte die Commerzbank auch ihre Quartalszahlen. Der Nettogewinn stieg im ersten Quartal um 9,4 Prozent auf 913 Millionen Euro und lag damit über den Analystenerwartungen von 868 Millionen Euro.
Quelle: Reuters


















































































