Internationale Ermittler haben ein mutmaßliches Menschenhandelsnetzwerk aufgedeckt, das junge Frauen aus Rumänien nach Wien brachte und dort zur Prostitution zwang. Bei Razzien in Rumänien und Wien wurden mehrere Verdächtige festgenommen und zahlreiche Beweismittel sichergestellt.
Wien. Nach umfangreichen internationalen Ermittlungen ist ein Menschenhandelsring zerschlagen worden, der Frauen aus Rumänien nach Österreich gebracht und in Wien sexuell ausgebeutet haben soll. Wie das Bundeskriminalamt mitteilte, fanden am Dienstag in Rumänien acht Hausdurchsuchungen statt. Dabei wurden vier Tatverdächtige festgenommen.
Auch in Wien kam es zu Einsätzen der Ermittler. In Favoriten durchsuchten Beamte ein Studio in der Triester Straße sowie zwei Wohnungen. Dabei konnten sechs betroffene Frauen identifiziert werden. Zudem wurden zehn Mobiltelefone beschlagnahmt, die nun kriminaltechnisch untersucht werden.
Nach Angaben der Behörden dauern die Ermittlungen weiter an. Bei den Durchsuchungen wurden außerdem zahlreiche Kontrollkarten gefunden, deren Besitzerinnen nicht vor Ort waren. Deshalb wird geprüft, ob es weitere Opfer der mutmaßlichen Tätergruppe gibt.
Laut den bisherigen Erkenntnissen soll die Organisation seit Anfang 2023 aktiv gewesen sein. Die Verdächtigen sollen arbeitsteilig vorgegangen sein und Frauen mit dem Versprechen romantischer Beziehungen nach Österreich gelockt haben. Dort seien sie zur Prostitution gezwungen worden. Bislang wurden mehr als 20 Opfer identifiziert.
Die Ermittler gehen davon aus, dass die Gruppe durch sexuelle Ausbeutung rund 1,5 Millionen Euro eingenommen hat. Das Geld soll unter anderem in Immobilien und Luxusautos investiert worden sein.
An den Ermittlungen beteiligt waren neben dem Bundeskriminalamt auch das Landeskriminalamt Wien, die rumänische Polizei sowie die europäischen Behörden Eurojust und Europol.
Quelle: ORF




















































































