Der südkoreanische Technologiekonzern Samsung Electronics und die Gewerkschaft haben sich bei den Kollektivvertragsverhandlungen nicht einigen können. Ein geplanter Streik ab 21. Mai könnte zehntausende Beschäftigte erfassen und weitreichende Folgen für die weltweite Chipindustrie haben.
Seoul. Die Gespräche zwischen Samsung Electronics und der Gewerkschaft des Unternehmens sind am Mittwoch ohne Einigung beendet worden. Zuvor hatte die südkoreanische Regierung zwei Tage lang versucht, zwischen beiden Seiten zu vermitteln.
Nach Angaben der Gewerkschaft blieb Samsung bei seinem Angebot einer einmaligen leistungsbezogenen Zahlung für 2026. Zentrale Forderungen der Arbeitnehmervertretung wurden hingegen abgelehnt. Dazu zählen die Abschaffung der Obergrenze für Bonuszahlungen, eine stärkere Beteiligung am Betriebsgewinn sowie mehr Transparenz bei der Berechnung der Boni.
Die Gewerkschaft kündigte daraufhin an, vorerst keine weiteren Gespräche mehr führen zu wollen. Sollte Samsung allerdings ein neues Angebot vorlegen, sei man bereit, dieses zu prüfen.
Streik könnte mehr als 50.000 Beschäftigte involvieren
Für den 21. Mai ist ein 18-tägiger Streik angekündigt, falls es bis dahin keine Einigung gibt. Laut Gewerkschaft könnten sich mehr als 50.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter daran beteiligen.
Ein längerer Arbeitskampf hätte möglicherweise Auswirkungen auf Lieferketten und Chippreise. Samsung Electronics zählt zu den weltweit wichtigsten Herstellern von Speicherchips und liefert auch Komponenten für Anwendungen im Bereich Künstliche Intelligenz.
Die Aktien des Unternehmens gerieten zunächst deutlich unter Druck. Später drehten sie jedoch nach oben, nachdem die südkoreanische Regierung ein Krisentreffen abgehalten hatte. Gleichzeitig legten die Aktien des Konkurrenten SK Hynix kräftig zu.
Regierung befürchtet Folgen für Wirtschaft
Premierminister Kim Min-seok sprach von möglichen schweren Folgen für die nationale Wirtschaft und forderte weitere Gespräche zwischen Management und Gewerkschaft. Die südkoreanische Wirtschaft ist stark vom Halbleiterexport abhängig. Nach Regierungsangaben entfielen im April bereits 37 Prozent aller Exporte des Landes auf den Halbleiterbereich.
In Südkorea wird inzwischen sogar über eine staatliche Not-Schlichtung spekuliert. Damit könnten Streikmaßnahmen vorübergehend untersagt werden. Die Regierung hat allerdings betont, dass der Konflikt weiterhin durch Dialog gelöst werden soll.
Hintergrund der aktuellen Spannungen ist auch der Vergleich mit dem Konkurrenten SK Hynix. Dort war im vergangenen Jahr eine Reform der Bonusregelungen beschlossen worden. Viele Beschäftigte bei Samsung sehen sich dadurch benachteiligt. Die Gewerkschaft hat mittlerweile mehr als 90.000 Mitglieder und vertritt damit den Großteil der südkoreanischen Belegschaft des Konzerns.
Quelle: Reuters


















































































