England: Widersprüche zwischen Leitlinien für Nutzung von Handys bei der Schule und kapitalistischen öffentlichen Verkehrsmitteln führen dazu, dass Kinder ohne Smartphones jährlich hunderte Euro mehr für Fahrkarten zahlen.
London. In England sind Leitlinien in Kraft, die die Nutzung von Handys in der Schule untersagen. In manchen Schulen ist es sogar verboten, das Handy in die Schule mitzunehmen. Unabhängig davon sind Familien skeptisch bzw. unentschieden, ob oder wann ein Kind ein eigenes Handy besitzen soll.
Der freie Markt bringt dich zur Schule; lade einfach die App herunter
Die Firma trentbarton betreibt mehrere Busstrecken in der Region rund um Derby und Nottingham in England. Auch Schüler und Schülerinnen sind für ihren Schulweg auf die Fahrten des Verkehrsunternehmens angewiesen. Wie bei jeder kapitalistischen Firma wird auch hier kein klares und leistbares Preismodell verwendet, sondern ein Verwirrendes, dessen Preise nicht unbedingt für alle bezahlbar sind. Die Verwirrung für Fahrgäste findet mit einem sehr unübersichtlichen Berechnungssystem statt, das wiederum mit verschiedenen Rabatten verknüpft ist.
Und natürlich dürfen die Apps für die Rabatte in der „digitalen Ära“ nicht fehlen. Nicht nur fehlen sie nicht, sondern Menschen bzw. Kindern ohne Smartphone und der entsprechenden App können keine dieser Rabatte in Anspruch nehmen.
Jährlich zusätzlich £546 für den Schulweg
Die Rabatte, die man faktisch nur in Verbindung mit der App erhält, sind keine Kleinigkeit, da sich die Fahrtkosten für die Schule summieren. Für ein Schulkind können diese Rabatte einen Unterschied von £546, ca. 635 EUR, pro Jahr machen. Hat man zwei Kinder, die die Schule ohne Smartphone und die entsprechende App besuchen, kann man ca. 1.270 EUR zusätzliche Fahrtkosten für den Schulweg der Kinder haben.
Unabhängig sowohl von der Uneinheitlichkeit des englischen Gesetzes, betreffend Schulkinder und Handys, als auch davon, wie man zu dem Thema steht, ist eines klar: Hier geht es um dubiöse Geschäftsmodelle, die die Grundbedürfnisse von Kindern ausnutzen und Druck auf Familien der arbeitenden Bevölkerung ausüben. Im freien Markt können wir und unsere Familien nicht frei entscheiden, welche Geräte und Apps wir verwenden. Wir werden finanziell erpresst, digitalen Müll zu verwenden.
Sozialismus bringt dich ans Ziel
Es gibt einen Ausweg von der Paranoia des Verkehrssystems im Kapitalismus und dessen Preismodellen, als auch von unserer App-fixierten Welt: eine sozialistisch-kommunistische Gesellschaft, die es erst zu erkämpfen gilt.
Anstatt unsere Wege anarchisch organisierten Privatunternehmen zu überlassen, die im Pakt mit dem bürgerlichen Staat das ohnehin begrenzte Einkommen der Familien der Arbeiterklasse fressen, organisieren wir uns und setzen wir uns selbst ans Steuer. Die Verkehrsmittel dienen allen und gehören allen. Abzocke gibt es keine, weil es niemanden gibt, der Profit damit macht.
Quellen: The Guardian/trentbarton






















































































