Im niederösterreichischen Neunkirchen steht ein Denkmal am Friedhof, das die verstorbenen Bürgermeister der Stadt ehrt. Soweit ist das Ganze nicht sonderlich ungewöhnlich, es sollte jedoch zu denken geben, welche Personen da ohne kritischen Kommentar geehrt und in eine gemeinsame Tradition gestellt werden.
Neunkirchen. Neben den Namen des KPÖlers Karl Goll und den von SPÖ und ÖVP gestellten Bürgermeistern finden sich auch die Namen des Austrofaschisten Johann Riegler (Vaterländische Front) und der beiden Nazis Nobert Pahr und Walter Steil (beide NSDAP) auf dem Denkmal am Friedhof. Dass diese Faschisten hier unkritisch geehrt werden ist keineswegs eine „Altlast“ aus vergangenen Zeiten, denn das Denkmal wurde erst im Mai 2022 unter der Amtszeit des ÖVPlers Herbert Osterbauer umgesetzt und eingeweiht. Bei der Eröffnung wurde es außerdem von einem römisch-katholischen und einem evangelischen Pfarrer gesegnet.
Beschriftet ist das Denkmal mit folgendem Spruch: „Jeder einzelne wollte auf seine Art nur das Beste für Neunkirchen.“ Was das „Beste für Neunkirchen“ war, haben die jeweiligen Bürgermeister aber sicherlich anders interpretiert und dass diese Unterschiede unter den Teppich gekehrt werden ist unerhört.
Johann Riegler wurde beispielsweise als Vertreter des austrofaschistischen Systems undemokratisch in das Amt gehoben, nachdem der vorherige Bürgermeister seines Amtes enthoben wurde. Unter den beiden Nazis Norbert Pahr und Walter Steil, der bereits 1929 Mitglied der SA war, wurden politisch Andersdenkende verfolgt und die jüdische Gemeinde Neunkirchens zerstört. Bis dahin gab es eine jüdische Gemeinde mit Synagoge, die gleich während der Novemberpogrome geschändet und verwüstet wurde. Bald darauf wurden alle Juden und Jüdinnen vertrieben und die jüdische Gemeinde aufgelassen. Auf dem Hauptplatz der Gemeinde, der in Adolf-Hitler-Platz umbenannt wurde, wurden mehrmals wöchentlich Reden von Hitler abgespielt. Lokalzeitungen werden eingestellt, wenn sie nicht „nationalsozialistisch genug“ sind.
Diese Verbrechen nicht zu kommentieren und zu behaupten, die mitverantwortlichen Bürgermeister hätten „nur das Beste“ gewollt ist unwürdig. Es ist eine Frechheit diese Faschisten zu ehren, ohne deren Parteimitgliedschaften oder deren Rolle in den faschistischen Diktaturen Österreichs auch nur zu thematisieren. Es ist außerdem unerhört, den Kommunisten Karl Goll auf diese Weise in eine Linie mit diesen Verbrechern zu stellen. Das Denkmal in Neunkirchen gehört umgestaltet!
Quellen: facebook/neunkirchen.gv.at/websteiner/https://land-noe





















































































