Wien. In Österreich häufen sich Berichte über manipulierte Halloween-Süßigkeiten. In mittlerweile vier Bundesländern wurden Nadeln und andere Metallgegenstände in Naschereien entdeckt, die Kinder zu Halloween gesammelt hatten. Eine Zehnjährige wurde dabei bereits verletzt. Das Bundeskriminalamt hat eine eigene Ermittlungsgruppe eingerichtet. Auch aus mehreren europäischen Ländern werden ähnliche Vorfälle gemeldet.
In Österreich sind bislang acht Fälle bekannt: vier in der Steiermark, zwei in Oberösterreich sowie jeweils einer in Niederösterreich und Salzburg. Besonders erschreckend ist ein Vorfall im Bezirk Amstetten, wo eine Zehnjährige am Montag beim Biss in eine Minischokolade durch eine darin versteckte Nadel leicht im Mund verletzt wurde.
Die Polizei geht derzeit davon aus, dass die manipulierten Süßigkeiten möglicherweise in frei zugängliche Schüsseln gelegt wurden, die Bewohnerinnen und Bewohner vor ihren Hauseingängen für Kinder bereitgestellt hatten.
Ermittlungen auch auf internationaler Ebene
Das Bundeskriminalamt hat die Ermittlungsgruppe „Treat“ eingerichtet, um die Vorfälle zusammenzuführen und mögliche Zusammenhänge aufzudecken. Bislang gibt es laut Polizei keine Hinweise darauf, dass die österreichischen Fälle miteinander in Verbindung stehen.
Auch aus Deutschland, Ungarn, Norwegen, Dänemark, Irland und Kanada wurden ähnliche Vorfälle gemeldet. In Deutschland wurden ebenfalls Kinder durch versteckte Nadeln verletzt. Die österreichischen Behörden stehen deshalb im Austausch mit internationalen Ermittlungsstellen.
Ob hinter den Manipulationen einzelne Täter, Nachahmungstaten oder eine koordinierte Vorgehensweise stehen, ist bislang ungeklärt. Spekulationen über mögliche Hintergründe wären daher verfrüht.
Bewusste Gefährdung von Kindern
Die Vorfälle sind an Niederträchtigkeit kaum zu überbieten. Halloween ist für zahlreiche Kinder ein unbeschwertes Erlebnis, bei dem sie verkleidet durch die Nachbarschaft ziehen und Süßigkeiten sammeln. Wer ausgerechnet diese Freude ausnutzt, um scharfe Metallgegenstände in Naschereien zu verstecken, nimmt schwere Verletzungen von Kindern in Kauf.
Besonders perfide ist, dass die Manipulationen offenbar gezielt verborgen wurden. Die betroffenen Kinder konnten die Gefahr beim Einsammeln der Süßigkeiten kaum erkennen. Die Verantwortung für solche Taten liegt ausschließlich bei denjenigen, die sie begehen.
Die Polizei ruft Eltern dazu auf, gesammelte Süßigkeiten vor dem Verzehr sorgfältig zu kontrollieren. Insbesondere sollte auf beschädigte Verpackungen und mögliche Fremdkörper geachtet werden. Verdächtige Naschereien sollen samt Verpackung aufbewahrt und der Polizei gemeldet werden. Gefundene Gegenstände dürfen nicht entfernt werden, damit mögliche Spuren erhalten bleiben.
Besteht der Verdacht, dass ein Kind einen scharfen Gegenstand verschluckt hat, muss umgehend medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.
Quelle: ORF





















































































