Havanna. Die schwedische Klima- und Menschenrechtsaktivistin Greta Thunberg hat zu internationaler Solidarität mit Kuba aufgerufen und die Politik der Vereinigten Staaten scharf angegriffen. In einem Video auf Instagram spricht sie von einer bewusst herbeigeführten humanitären Krise durch die US-Blockade und ruft zur Unterstützung des internationalen Hilfsprojekts Nuestra América Convoy auf.
Die US-Regierung, so Thunberg, führe weltweit Kriege und übe zugleich wirtschaftlichen Druck auf Länder aus, die sich ihrer politischen und wirtschaftlichen Vorherrschaft entziehen. Kuba sei eines der deutlichsten Beispiele dieser Strategie. Die seit Jahrzehnten bestehende Wirtschafts‑, Handels- und Finanzblockade sei kein „politischer Konflikt“, sondern ein systematischer Versuch, die Bevölkerung der Insel wirtschaftlich zu ersticken.
Wirtschaftskrieg mit humanitären Folgen
Die Auswirkungen dieser Politik sind inzwischen im Alltag der kubanischen Bevölkerung deutlich spürbar. Stromausfälle, Treibstoffknappheit und Versorgungsprobleme prägen das Leben vieler Menschen. Krankenhäuser kämpfen mit Energieengpässen, Rettungsfahrzeuge fehlen Treibstoffe, und selbst grundlegende medizinische Versorgung wird zunehmend schwieriger.
Thunberg bezeichnet diese Situation nicht als unbeabsichtigte Folge geopolitischer Spannungen, sondern als bewusst in Kauf genommene Konsequenz der US-Politik. Wenn Strom ausfällt, Medikamente fehlen oder Lebensmittel knapp werden, dann sei das Ergebnis einer Strategie, die wirtschaftlichen Druck als politisches Instrument nutzt.
Besonders scharf kritisierte sie Aussagen aus Washington, in denen offen damit geprahlt wurde, Kuba wirtschaftlich „abgeschnitten“ zu haben. Für Millionen Menschen auf der Insel bedeutet diese Politik reale Entbehrung – und im schlimmsten Fall eine Bedrohung für Gesundheit und Leben.
Kuba als Ziel imperialer Machtpolitik
Seit der kubanischen Revolution 1959 versucht Washington, das sozialistische System der Insel durch wirtschaftliche Isolation zu destabilisieren. Ziel ist es, politischen Druck aufzubauen, der letztlich zu einem Regimewechsel führen soll.
Der Wirtschaftskrieg gegen Kuba folgt dabei einer Logik, die in vielen Teilen der Welt sichtbar ist: Staaten, die sich der geopolitischen und ökonomischen Dominanz der USA widersetzen, werden mit Sanktionen, Handelsbeschränkungen und politischer Isolation konfrontiert.
Die Blockade wirkt dabei weit über die direkten Beziehungen zwischen den USA und Kuba hinaus. Unternehmen aus Drittstaaten werden ebenfalls unter Druck gesetzt, wenn sie mit der Insel Handel treiben. Diese extraterritorialen Sanktionen sind ein Ausdruck imperialer Machtpolitik, die versucht, das globale Wirtschaftssystem zur Durchsetzung eigener Interessen zu instrumentalisieren.
Internationale Solidarität
Der Nuestra América Convoy soll dieser Politik zumindest symbolisch etwas entgegensetzen. Am 21. März 2026 werden Delegationen aus verschiedenen Ländern Lebensmittel, Medikamente und Ausrüstung zur Energieversorgung nach Kuba bringen.
Organisiert wird die Initiative von internationalen Solidaritätsgruppen und politischen Organisationen. Ziel ist es nicht nur, konkrete Hilfe zu leisten, sondern auch die weltweite Aufmerksamkeit auf die Folgen der Blockade zu lenken.
Parallel zur Ankunft des Konvois sind Demonstrationen und Solidaritätsaktionen in mehreren Städten geplant. Aktivistinnen und Aktivisten wollen damit Druck auf Regierungen ausüben, die US-Politik nicht länger politisch zu decken.
Erinnerung an kubanische Solidarität
In ihrer Botschaft erinnerte Thunberg auch daran, dass Kuba selbst über Jahrzehnte internationale Solidarität geleistet hat. Kubanische Ärztinnen und Ärzte waren in zahlreichen Krisenregionen im Einsatz – von Ebola-Epidemien in Westafrika bis zu Naturkatastrophen in Haiti und Lateinamerika. Zudem unterstützte Kuba in der Vergangenheit antikoloniale Befreiungsbewegungen in Afrika, sowohl politisch als auch materiell.
Vor diesem Hintergrund formulierte Thunberg eine klare Botschaft: Kuba habe in vielen historischen Momenten internationale Solidarität gelebt. Jetzt sei es an der Zeit, dass die Welt diese Solidarität zurückgibt.
Kampf gegen imperialen Druck
Die Solidarität mit Kuba ist daher nicht nur eine Frage humanitärer Hilfe, sondern auch ein politischer Kampf gegen eine Weltordnung, in der wirtschaftliche Macht als Waffe eingesetzt wird. Die Blockade steht symbolisch für eine Form globaler Politik, in der mächtige Staaten versuchen, alternative gesellschaftliche Modelle durch wirtschaftlichen Druck zu zerstören. Die Solidaritätskampagnen mit Kuba, an denen sich auch die Partei der Arbeit Österreichs (PdA) beteiligt, zeigen jedoch, dass sich weltweit eine Bewegung formiert, die diese Politik nicht akzeptieren will.
Quelle: junge Welt

















































































