Die wüsten Drohungen und Beschimpfungen, die US-Präsident Donald Trump gegen die Eliten und die Völker des Iran von Tag zu Tag steigerte, gipfelte am Dienstag in der ungeheuerlichen Aussage, dass die Auslöschung einer ganzen Zivilisation bevorstehe, wenn die iranische Führung die Straße von Hormuz nicht für den Schiffsverkehr freigeben würde.
Washinton/Teheran/Islamabad/Tel Aviv/Beirut. Es wollte niemand in dieser Deutlichkeit aussprechen, aber die Drohung Trumps lief darauf hinaus, dass man sogar den Einsatz einer Atomwaffe gegen den Iran befürchten musste. Natürlich spielt Trump mit der Eskalation, gleichzeitig ist der kognitive Verfall bei ihm deutlich zu sehen, und an den Schalthebeln des Militärs sitzen christliche Gotteskrieger vom Schlage eines „Kriegsministers“ Pete Hegseth.
Schlussendlich wurde aber noch vor Ablauf der von Trump aufgestellten Frist Dienstag Nacht (MESZ) die Eskalationsschraube ein wenig nach unten gedreht. Die Staats- und Armeeführung Pakistans gab bekannt, dass über seine Vermittlung eine 14-tägige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran vereinbart wurde, die zu Verhandlungen genützt werden soll. Angeblich beginnen diese offiziell am Freitag in Islamabad, der Hauptstadt Pakistans.
„Vollwertiges Kriegsverbrechen“ Israels
Obwohl vonseiten der pakistanischen Vermittler ebenso wie von iranischer Seite mehrmals betont wurde, dass der Waffenstillstand auch die Kampfhandlungen zwischen Israel und der libanesischen Untergrundarmee Hisbollah betreffen, gingen die Angriffe der israelischen Armee mit voller Härte weiter. Die israelische Armee erklärt, sie führe den größten koordinierten Angriff im Libanon seit dem erneuten Krieg gegen das Land durch. Gesundheitsminister Rakan Nassereddine sagte, der Libanon stehe vor einer „gefährlichen Eskalation“, nachdem Israel „mehr als 100 Luftangriffe“ im ganzen Land gestartet habe. Er forderte internationale Organisationen zur Unterstützung des vollkommen überforderten libanesischen Gesundheitssystems auf. Die Hisbollah verurteilte die Angriffe und erklärte, sie hätten „zivile Gebiete in den südlichen Vororten von Beirut, die Hauptstadt Sidon, Südlibanon und das Bekaa-Tal“ ins Visier genommen. Der Sprecher des libanesischen Repräsentantenhauses, Nabih Berri, nannte die Anschläge ein „vollwertiges Kriegsverbrechen“. Den libanesischen Behörden zufolge wurden am Mittwoch durch die israelischen Angriffe mindestens 254 Menschen getötet und mehr als 1.165 verletzt.
Teheran warnt bereits, dass, falls Israels Verletzung des vorübergehenden Waffenstillstands mit den Angriffen auf den Libanon fortgesetzt wird, Iran sich zurückziehen und möglicherweise auch nicht an den geplanten Verhandlungen in Islamabad teilnehmen wird, während die Schließung der Straße von Hormus vorerst aufrecht bleibt. So droht der fragile Waffenstillstand zu scheitern, ehe er noch so richtig begonnen hat.
Quellen: 902.gr/Al Jazeera


















































































