Während Politiker, Generäle und Rüstungskonzerne vom „nationalen Interesse“ sprechen, zeigt die Wirklichkeit des Krieges erneut ein anderes Bild: Bezahlt wird mit dem Leben, der Gesundheit und dem Einkommen der arbeitenden Menschen. Ein aktueller Bericht über Versorgungsschwierigkeiten der US-Armee im Nahen und Mittleren Osten macht das auf bedrückende Weise sichtbar.
US-Soldaten und Marines auf Kriegsschiffen im Einsatz gegen Iran berichten ihren Familien von rationierten Mahlzeiten, mangelhafter Versorgung und sinkender Moral. Fotos zeigen spärliche Essensrationen. Angehörige versuchen, aus eigener Tasche Pakete mit Hygieneartikeln, Snacks, Medikamenten, Socken und kleinen Dingen des Alltags zu schicken. Doch selbst die Postzustellung an zahlreiche militärische Adressen wurde ausgesetzt. Pakete bleiben liegen, Familien zahlen hunderte bis tausende Dollar – ohne zu wissen, ob ihre Sendungen jemals ankommen.
Das ist kein Betriebsunfall, sondern das Wesen des Krieges. Wenn imperialistische Mächte ihre Interessen militärisch durchsetzen wollen, dann bezahlen die Arbeiterinnen und Arbeiter dafür. Die Söhne und Töchter der Arbeiterklasse stehen auf den Schiffen, in den Kasernen und an den Fronten. Ihre Familien sammeln Geld für Versorgungspakete, während Staaten Milliarden für Raketen, Flugzeugträger und Bombardements ausgeben.
Auch in den USA zeigt sich damit ein alter Widerspruch: Für Aufrüstung, Interventionen und Blockaden ist scheinbar unbegrenzt Geld vorhanden. Für ausreichende Versorgung der eingesetzten Soldaten, funktionierende Infrastruktur oder soziale Sicherheit nicht. Dieselbe herrschende Klasse, die Kriege beginnt, spart an jenen, die sie dafür einsetzt.
Doch dieses Muster endet nicht bei den USA. Es gilt auf allen Seiten jedes imperialistischen Konflikts. Ob amerikanische Matrosen auf See, iranische Arbeiterinnen, die die Folgen von Sanktionen und Bombardierungen zu spüren bekommen, israelische Lohnabhängige, die gegen das palästinensische Volk aufgehetzt werden, oder migrantische Arbeiter in der gesamten Region: Sie alle tragen die Lasten, während Eliten ihre Machtspiele austragen.
Die Arbeiterklasse hat kein Interesse an Kriegen, Blockaden, Besatzungen, Stellvertreterkriegen und geopolitischen Einflusszonen. Sie gewinnt nichts durch zerstörte Häfen, steigende Lebensmittelpreise, gekürzte Sozialbudgets oder den Tod ihrer Kinder in Uniform. Was als „nationale Sicherheit“ verkauft wird, bedeutet in Wahrheit Profitsicherung, Rohstoffkontrolle und strategische Dominanz.
Besonders entlarvend ist, dass Familien in den Vereinigten Staaten privat einspringen müssen, um Soldaten mit Zahnpasta, Tampons, Vitaminpräparaten oder Snacks zu versorgen. Während Konzerne an Kriegslieferungen verdienen, organisieren Arbeiterfamilien improvisierte Hilfe. Das zeigt, wer in dieser Gesellschaft tatsächlich füreinander sorgt – und wer kassiert.
Einmal mehr zeigt sich, die Arbeiterin in Baltimore hat objektiv mehr gemeinsam mit dem Hafenarbeiter in Bandar Abbas, der Krankenschwester in Teheran oder dem Mechaniker in Haifa als mit den Aktionären der Rüstungsindustrie oder den Strategen in den Ministerien.
Die Lehre ist eindeutig: Kriege der Imperialisten sind nicht unsere Kriege. Ihre Rechnungen werden stets an die arbeitenden Menschen weitergereicht – durch Steuern, Inflation, Kürzungen, Hunger, Traumata und Tod. Während Banken und Konzerne die Profite einstreichen.
Quelle: USA Today




















































































