Mit einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung am Sowjetdenkmal am Amraser Soldatenfriedhof erinnerten antifaschistische Organisationen an den Sieg über den Faschismus und verbanden das historische Gedenken mit aktuellen Kämpfen gegen Krieg, Unterdrückung und Diskriminierung.
Innsbruck. Zum 81. Jahrestag der Befreiung Österreichs vom Faschismus versammelten sich am Freitag Kommunistinnen, Kommunisten, Antifaschistinnen und Antifaschisten am Sowjetdenkmal auf dem Soldatenfriedhof im Innsbrucker Stadtteil Pradl. Der Bund Tiroler AntifaschistInnen (BTA) gedachte dort gemeinsam mit weiteren Organisationen der Opfer des Hitlerfaschismus und der Befreiung Europas durch die antifaschistischen Kräfte.
Mehrere Organisationen waren mit eigenen Beiträgen vor Ort. Ein Vertreter der YDG spannte den Bogen von der historischen Befreiung Europas bis zu heutigen Kämpfen gegen Unterdrückung und Krieg. Die Palästina-Initiative Tirol (PIT) erinnerte an die Aktualität antifaschistischen Handelns und trug ein Gedicht von Erich Fried (Höre Israel) vor.
Ein jüdischer Redebeitrag thematisierte den Holocaust sowie die gegenwärtige israelische Besatzungspolitik und warnte vor der politischen Instrumentalisierung des Gedenkens. Weitere Beiträge widmeten sich den während des Nationalsozialismus verfolgten LGBTQ- und Transpersonen sowie den Menschen mit Behinderung, die im Rahmen der faschistischen „Euthanasie“-Programme ermordet wurden. Abgerundet wurden die Reden von einer historisch eingebetteten Gesangseinlage des AntifaHardChor Ibk, der die Moorsoldaten, Sag mir wo die Blumen sind, Drei rote Pfiffe im Wald und Bis Österreich frei von Schand‘ vortrug.


Im Mittelpunkt der Rede des BTA wiederum stand das Gedenken an die 105 sowjetischen Bürger und Soldaten, die auf dem Friedhof begraben liegen. Mit roten Nelken und einer Schweigeminute wurde ihrer gedacht. In seiner Rede betonte der BTA die historische Rolle der Sowjetunion bei der Zerschlagung des Faschismus und erinnerte daran, dass die Rote Armee die Hauptlast des Krieges getragen hat – militärisch ebenso wie durch die enormen Opfer in der Zivilbevölkerung.
Der Redebeitrag zeichnete die Geschichte des antifaschistischen Kampfes nach und hob die Bedeutung kommunistischer Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer hervor. Zugleich wurde an die vielen Opfer aus Österreich erinnert: Verfolgte, Deportierte, Ermordete und jene, die in Konzentrationslagern oder an den Fronten des Krieges ihr Leben verloren. Kritisiert wurde außerdem die unzureichende Entnazifizierung nach 1945 sowie die rasche Reintegration ehemaliger Faschisten in Politik und Wirtschaft.
Besonders hervorgehoben wurden Tiroler Unternehmer und NS-Funktionäre wie Walter Waizer und Alfred Swarovski, deren Verstrickungen in Zwangsarbeit und faschistische Herrschaft nach dem Krieg kaum Konsequenzen gehabt hatten. Der BTA warnte davor, die Verantwortung des österreichischen Kapitals und der politischen Eliten für Faschismus und Krieg aus der Geschichte zu verdrängen.
Tobia Carfora, Vorsitzender der Bund Tiroler AntifaschistInnen, erklärte abschließend, der 8. Mai sei kein bloß symbolischer Gedenktag, sondern Ausdruck einer historischen Wahrheit: Die Befreiung Europas vom Faschismus sei das Ergebnis des gemeinsamen Kampfes der Völker gewesen. Es soll nicht vergessen werden, wie es dazu kam und wer davon profitiert hat, wer die größte Last trug und wer Europa tatsächlich befreit hat.
Mit den Worten „Hoch lebe der Tag der Befreiung! Für eine neue Welt des Friedens und der Freiheit!“ endete die Rede des BTA.




















































































