Gastbeitrag von Gerhard Oberkofler, geb. 1941, Dr. phil., Universitätsprofessor i. R. für Geschichte an der Universität Innsbruck.
Der Westfälische Friede (1648) beendet einen Dreissigjähriger Krieg
In dem am 19. April 1941 im Zürcher Schauspielhaus erstmals aufgeführten Drama „Mutter Courage“ von Bertolt Brecht (1898–1956) seufzt Mutter Courage „Verflucht sei der Krieg“.[1] Geschichtlicher Hintergrund ist der mörderische Dreißigjährige Krieg, dessen unmittelbarer Anstoß der Aufstand der böhmischen Ständekorporationen gegen die habsburgische Dynastie mit dem Prager Fenstersturz zweier kaiserlicher Statthalter und eines Sekretärs (23. Mai 1618) war. Die Schlacht am Weißen Berg nahe Prag (8. November 1620) bedeutete das Ende dieses ständischen Aufstandes und die mit Bluturteilen eingeleitete Rekatholisierung und Unterwerfung Böhmens unter die Habsburgerdynastie und katholische Kirche samt ihren von korrumpierten Adelsgruppen repräsentierten Repressionssystem. Unter den aus Böhmen flüchtenden Böhmen war Jan Amos Comenius (1592–1670), der im Exil mit seinen Traktaten die Notwendigkeit eines internationalen Vertrages zur Verhinderung von Kriegen und für das friedliche Nebeneinander zu begründen versuchte. Der Historiograph der komplexen böhmisch / tschechischen Geschichte František Palacký (1798–1876) schreibt über den Zustand von Prag „zu Anfange und dem zu Ende des Kriegs! Dort war die Stadt fast ganz utraquistisch, stark bevölkert und wohlhabend, hier rein katholisch, aber zweier Drittel ihrer Bevölkerung beraubt, verödet und ins Elend versunken“.[2] František Palacký war Vorsitzender des zu Pfingsten 1848 (2.–12. Juni) zusammengetretenen Slawenkongresses, der seine Proklamation an die „europäischen Nationen“ im Geiste der „Freiheit, Gleichheit und Bruderschaft“ richtet: „Keine Nation ist von der Natur berechtigt, über andere zu herrschen“.[3]
Der Dreißigjährige Krieg war bestialisch. Der zeitgenössische Dichter Johann Rist (1607–1667) erhofft den Frieden:
„Wann wird der lange Krieg sein letztes Ziel erreichen,
Wann dünget man das Feld nicht mehr mit Menschenblut?
Wann wird der grausam Haß, das Land- und Leut-
Verheeren
Das Brennen ohne Not, das Metzlen hören auf?
Wie lange will man noch Mark, Fleisch und Bein verzehren,
Wann bringet man den Mars aus Teutschland auf den Lauf?“[4]
Mit dem seit 1645 in Osnabrück und in Münster von den mit juwelenverzierten Kutschen auffahrenden Delegationen aus den erschöpften Ländern verhandelten „Westfälischen Frieden“ mit der Unterzeichnung am 24. Oktober 1648 wurde der Dreissigjährige Krieg beendet.[5] Paul Gerhardt (1607–1676) drückt die Stimmung in einem „Danklied für die Verkündigung des Friedens“ aus:
„Gottlob, nun ist erschollen
Das edle Fried- und Freudenwort,
Daß nunmehr ruhen sollen
Die Spieß und Schwerter und ihr Mord![6]“
Marcus Zuerius Boxhorn (1612–1653) aus der im ersten bürgerlich revolutionären Freiheitskampf gegen die spanischen Habsburger entstandene und vom Westfälischen Frieden anerkannte Republik der Niederlande erinnert in seiner Friedensrede an der Universität von Leiden an Augustinus (354–430), der als wünschenswerteste Ende aller Kriege der Friede ist und unseren Kindern auf ewig beiwohnen solle.[7] Dem widerspricht die von Thomas Hobbes (1588–1679) auf Grund seiner im Analyse der Gesellschaft getroffene Aussage vom „Krieg aller gegen alle“ (im Original: bellum omnium contra omnes), aus der Immanuel Kant (1724–1894) mit seiner Idee vom ewigen Frieden den Ausweg suchte.[8]
Generationen von an den deutschen und österreichischen bürgerlichen Universitäten gut etablierten Geschichtsschreibern haben sich mit den Ursachen und Ergebnissen des Dreissigjährigen Krieges und des Westfälischen Friedens befasst.[9] Die österreichische Kommunistin Eva Priester (1910–1982) hat in ihrem Londoner Exil mit intensiver Heranziehung der englischen Literatur geschriebenen Buch über die Entstehung Österreichs sich mit dem Dreissigjährigen Krieg und seinen Folgen für Österreich und Deutschland ausführlich befasst. Weil ihre Arbeit der Wiedergeburt eines von Deutschland unabhängigen Österreichs gewidmet ist, meint sie, dass in den Jahren des Dreißigjährigen Krieges in den österreichischen Erbländern erstmals so etwas wie ein „österreichischer Patriotismus“ erkennbar ist.[10] Der Aktivist des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus und zuletzt als Präsident des Historikerverbandes der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) wirkende Historiker Heinrich Scheel (1915–1996) erzählt, wie er Ende 1937 an zweistündigen Seminarübungen zur Geschichte des Westfälischen Friedens an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität (seit 1949 Humboldt-Universität) von Arnold Oskar Meyer (1877–1944) teilgenommen hat und aufgrund seiner Arbeiten über die Reichsstandschaft der Städte von diesem eine persönliche Assistentenstelle angeboten erhalten hat.[11]
Die Habsburgerdynastie hat ihr Kriegsziel, die deutschen Territorialfürstentümer ihrer päpstlich gesegneten kaiserlichen Herrschaft zu unterwerfen, nicht erzielt. Das fiktive „Heilige Römische Reich“ war zu Ende, Deutschland blieb in ca 300 souveräne Staaten in partiellen Kombinationen zersplittert. Mit dem Westfälischen Frieden von 1648 hat sich für die Mehrheit der in Armut und Hunger lebenden Völker weder in der Habsburgermonarchie noch in den deutschen Fürstenterritorien etwas geändert, bei Rebellion drohte ihnen nicht nur die Höllenstrafe im angenommenen Jenseits. Die „Hunde von Hohenzollern und Habsburgern“, von denen noch 1866 Karl Marx (1818–1883) schreibt,[12] bestimmten den weiteren Gang ihrer Leidensgeschichte.
Zum Gedenken an den Westfälischen Frieden wird der Westfälische Friedenspreis (1998) gestiftet. Als erster Preisträger wird der Tscheche Vaclav Havel ausgezeichnet
Zum 350-jährigen Jahrestag des Westfälischen Friedens (1998) hat die Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe e. V. beschlossen: „Alle zwei Jahre verleiht die Wirtschaftliche Gesellschaft den Internationalen Preis des Westfälischen Friedens und zeichnet damit besonderes Engagement für nachhaltigen Frieden und internationale Verständigung aus. Der Preis ist mit 100.000 Euro der höchstdotierte Friedenspreis, der von der Wirtschaft vergeben wird. Historisch knüpft der Preis an den Westfälischen Frieden an, der 1648 in den Rathäusern von Münster und Osnabrück geschlossen wurde – ein Meilenstein in der europäischen Einigungsgeschichte.“[13] Der erste Westfälische Friedenspreis wurde aus diesem Anlass an den prominenten Prager Schriftsteller Václav Havel (1936–2011) vergeben: “Der tschechische Präsident Vaclav Havel wurde 1998 als erster Preisträger mit dem Preis des Westfälischen Friedens ausgezeichnet, weil er sich über die Grenzen seines eigenen Landes hinaus als Leitfigur der Verständigung zwischen den Völkern und ihren Bürgern in Europa profiliert hat. Mit diesem Engagement setzte er sich über historische und verständliche Widerstände im eigenen Land hinweg und erreichte ermutigende Ansätze in den deutsch-tschechischen Grenzregionen.“[14] Auf Karel Schwarzenberg (1937–2023) wurde verzichtet, obschon dieser aus dem vom Westfälischen Frieden über die Jahrhunderte in Böhmen profitierenden römisch katholischen Adelsgeschlecht der Schwarzenberg stammt und durch die Havels &Co wieder zu jenen riesigen Latifundien in der Tschechoslowakei gekommen ist, die nach dem 2. Weltkrieg 1947/1948 auf Grundlage der von Edvard Beneš (1884–1948) formulierten Dekrete und von den tschechoslowakischen Kommunisten als Volkseigentum deklariert wurde.[15] Was kann also die Initiatoren des Westfälischen Friedenspreises veranlasst haben, ausgerechnet Vaclav Havel für diese Ehrung auszuerwählen? Am 21. Februar 1990 hat Vaclav Havel vor dem ihm Ovationen erbringenden Plenum beider Häuser des US-Kongresses in Washington ein Loblied auf die USA als „Verteidiger der Freiheit“ angestimmt. Nur wenige Wochen zuvor hat eben diese USA in El Salvador sechs jesuitische Befreiungstheologen als Kommunisten ermorden lassen (16. November 1989) und Panama überfallen (Dezember 1989/Jänner 1990). Nach Vaclav Havel habe die USA „die Verantwortung“, die auf ihr laste, verstanden.[16] Den am 24. März 1999 mit der Bombardierung von Belgrad beginnenden völkerrechtwidrigen und verbrecherischen NATO-Krieg gegen Jugoslawien begrüßte Vaclav Havel als einen fundamentalen Schritt hin zu einer neuen Weltordnung.[17]
Am 1. Oktober 2026 erhalten das Militärbündnis NATO und die katholische Jugendorganisation socioMovens. Giving Europe a Soul den Westfälischen Friedenspreis
1. Welchen Beitrag zum Frieden hat das Militärbündnios der NATO geleistet?
Die NATO (North Atlantic Treaty Organization) ist am 4. April 1949 auf Initiative des US-Imperialismus in Washington mit zwölf Staaten (USA, Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Island, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Portugal und die USA) als militärisches Bündnis gegen die Sowjetunion und den Kommunismus gegründet worden und setzt sich heute aus 32 Mitgliedsländern zusammen.[18] Die Bundesrepublik Deutschland, die von Beginn an nicht nur mit ihren US-Basen ein Vasall des US-Imperialismus war und deren Führungsgruppen aus der privaten Wirtschaft die Rüstungspolitik vorangetrieben haben,[19] ist seit 9. Mai 1955 Mitglied der NATO. Die Möglichkeiten der Kriegsverhütung haben in der geopolitischen Strategie der NATO keinen Platz, Kriegsvorbereitung und illegale, zum Teil geheime Kriegen sind das Wesen dieses Militärbündnisses.
Am 1. Oktober 2026 wird der Westfälische Friedenspreis an die NATO verliehen. Entgegennehmen wird diesen Friedenspreis der aus den Niederlanden stammende Generalsekretär der NATO Marc Rutte (*1967), die Laudatio hält der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (*1955).[20] Beiden gemeinsam ist das Wirken für den Aufmarsch gegen Russland und für das logistische Einvernehmen mit Israel, dessen Völkermord am palästinensischen Volk ihnen Vorbild für das Vorgehen der NATO-Länder gegen das russische Volk sein wird. Dieses wird sich an die Gräueltaten der Deutschen Wehrmacht bis nach Charkow noch erinnern.[21] NATO-Generalsekretär Marc Rutte ist bekannt durch sein Drängen nach Atombewaffnung und Finanzierung des ukrainisch faschistischen Systems von Wolodymyr Selenskyj (*1978). Der Schweizer Historiker Daniele Ganser (*1972) hat sich immer wieder wissenschaftlich intensiv mit der NATO befasst, mit deren Geheimarmeen in Europa und deren verdeckten Kriegsführung. und eine belegte Chronik ihrer illegalen Kriege publiziert.[22] Daniele Ganser schreibt über die NATO-Osterweiterung und den verdeckten und illegalen Krieg. Wegen seiner historischen Analysen und Schlussfolgerungen wird er nicht nur kritisiert, sondern mit Wikipedia an der Spitze weltweit als Pseudowissenschaftler verleumdet.[23]
2. Über die Rolle der Jugendorganisation socioMovens. Giving Europe a Soul
Papst Franziskus (1936–2025) hat das „Gebell“ der NATO „an den Toren Russlands“ als Ursachen des Dramas in und mit der Ukraine verurteilt.[24] Die Teilhabe an den monopolkapitalistischen Interessen des Imperialismus war diesem aus Lateinamerika kommenden Papst zutiefst zuwider, er verstand sich als Diener der Menschlichkeit. Wegen seiner Haltung wurde er von den Mainstream-Medien immer scharf kritisiert und vom korrupten Klerikalismus der Katholischen Kirche diskriminiert. Wiederholt hat Papst Franziskus Worte an die Jugend gerichtet, er forderte diese auf, „Lärm zu machen“ und sich dafür einzusetzen, die Welt zu verändern.[25] In seinem Apostolischen Schreiben „an die jungen Menschen und an das ganze Volk Gottes“ vom 2. April 2019 „Christus vivit“ schlägt er den jungen Menschen vor, „Punkte der Übereinstimmung inmitten vieler Uneinigkeiten zu finden, innerhalb dieses sorgfältigen und zuweilen mühsamen Versuchs, Brücken zu schlagen, einen für alle Beteiligten günstigen Frieden zu schließen, dann ist dies das Wunder der Kultur der Begegnung, das es den jungen Menschen Wert ist, mit Leidenschaft zu leben“.[26] Am 11. Juli 2022 appellierte Papst Franziskus aus Anlass eines Kongresses in Prag an die Jugend der Europäischen Union (EU), sich für ein Kriegsende in der Ukraine einzusetzen. Ein geeintes Europa sei aus einer starken Sehnsucht nach Frieden entstanden, diese Kriegswirren, „bei denen wie üblich einige wenige Mächtige entscheiden und Tausende von jungen Menschen in den Kampf und in den Tod schicken“, müssen beendet werden: „In solchen Fällen ist es legitim, zu rebellieren“.[27]
Der am 16. November 1989 im Auftrag des US-Imperialismus in El Salvador ermordete Befreiungstheologe Ignatio Ellacuría SJ (*1930) hat auf Einladung der „Christlichen Verbände italienische Arbeiternehmer“ (ACLI – Associazioni Christiane Lavoratori Italani) 1987 in Venedig zu dem allgemein gehaltenen Thema „Jugend und Solidarität“ als Zeuge eines prophetischen Christentums gesprochen. Die Jugend der Welt könne und müsse sich weltweit auf eine grundlegende Solidarität vereinigen, „das mechanische Fortsetzen der Vergangenheit, trotz aller Werte, die diese Vergangenheit haben mag, kann nur zur Wiederholung und ‑ausbreitung von Ungerechtigkeit führen“. “Jugendliche der ganzen Welt“, so Ignacio Ellacuría SJ, „vereinigt euch – das könnte, nicht als Korrektiv der parallelen Sätze ‚Proletarier der Welt, vereinigt euch“ oder „Unterdrückte Völker der Welt, vereinigt euch‘, noch als Ersatz dienen, sondern als eine radikale Herangehensweise, die das Problem in anderen Begriffen aufwerfen könnte“.[28]
Der seit 2025 in der Nachfolge von Papst Franziskus amtierende Papst Leo XIV. (*1955) meldet sich immer wieder widersprüchlich über den Frieden zu Wort.[29] Leo XIV. wiederbelebt nicht nur traditionelle Rituale der Amtskirche, sondern drückte schon durch seine Namenswahl die offensive Zustimmung der katholischen Soziallehre zur kapitalistischen Wirtschaft aus. Das ist eine Distanzierung von Papst Franziskus, der von einer „Wirtschaft, die tötet,“ gesprochen hat.[30] Aus dem Vatikan kommen mit Papst Leon XIV. als Zustimmung interpretierbare Signale zu einer Sammlung katholischer Kräfte im Interesse des europäischen militaristischen Imperialismus mit seinen faschistischen Kräften. Gemeinsam mit der NATO, die den Hauptpreis erhält, wird am 1. Oktober 2026 der mit 50.000 Euro dotierte Jugendpreis des Westfälischen Friedenspreises an die Organisation socioMovens – giving Europe a Soul vergeben.[31] Diese Organisation ist nach der Implosion der sozialistischen Länder aus einer Sommerschule für katholische Soziallehre des Erzbistums Paderborn als katholisches „Osteuropa-Projekt“ für die ideologische Indoktrinierung eingerichtet worden und dient dem Aufmarsch gegen Russland.[32] Die in den osteuropäischen Ländern noch vorhandenen Traditionen des Internationalismus mit ihrer gelebten und aktiven Solidarität für die Befreiungsbewegungen in aller Welt wie in Palästina oder in Lateinamerika in die Vergessenheit gedrängt. Die Parallelen zur Sammlung der „europäischen Jugend“ durch die nationalsozialistische Bewegung mit ihrem Führer Adolf Hitler (1889–1945) sind fatal.[33] Bei der Zeremonie in Münster wird der gebürtige tschechische Kurienkardinal Michael Czerny SJ (*1946) die Festrede halten. Was dieses Mitglied des Jesuitenordens, dem auch Papst Franziskus angehört hat, veranlasst hat, dieser Heuchel-Veranstaltung seinen Segen zu geben, wird nur der offenkundig abwesende „Heilige Geist“ interpretieren können. Oder ist es ganz einfach doch die Wiederkehr des jesuitischen Denkens der 1950er Jahren, als der deutsche Jesuit Johannes Leppich SJ (1915–1992) offen zum Kampf nicht nur gegen den satanischen Kommunismus, sondern auch gegen den satanischen Liberalismus gepredigt hat.[34]
Nachwort
Albert Einstein (1879–1955) hat am 21. September 1953 an die Jewish Peace Fellowship in New York geschrieben: „Bloßes Lob des Friedens ist einfach, aber wirkungslos. Was wir brauchen, ist aktive Teilnahme am Kampf gegen den Krieg und alles, was zum Krieg führt.“[35] „Das Ziel der Assoziation“, heißt es in dem im April 1850 unterzeichneten Gründungsdokument der „Weltgesellschaft der revolutionären Kommunisten“, „ist der Sturz aller privilegierten Klassen, ihre Unterwerfung unter die Diktatur der Proletarier, in welcher die Revolution in Permanenz erhalten wird bis zur Verwirklichung des Kommunismus, der die letzte Organisationsform der menschlichen Familie wird“.[36] Von diesem Ziel sind „wir heute jedenfalls weit entfernt“, was Sigmund Freud (1856–1939) in seinem Briefwechsel mit Albert Einstein „Warum Krieg?“ schon im September 1932 mit Blick auf seine der Gegenwart gleichenden Kriegsvorbereitungen zutiefst bedauert hat.[37]
[1] Vgl. Werner Mittenzwei: Das Leben des Bertolt Brecht oder Der Umgang mit den Welträtseln. Erster Band. Aufbau Taschenbuch Verlag Berlin 1997, hier bes. S. 673–679. Willi Weinert (Wien) danke ich sehr herzlich für seine freundschaftliche Unterstützung!
[2] František Palacký: Skizze einer Geschichte von Prag. Odeon Verlag 1983, S. 7 („utraquistisch“ ist der Hinweis auf die von den Baseler Kompaktaten 1436 bewilligte kirchliche Sonderstellung von Teilen der Hussitenbewegung mit ihrem Abendmahl unter beiderlei Gestalt); dazu Eduard Winter: Barock, Absolutismus und Aufklärung in der Donaumonarchie. Europa Verlag Wien 1971.
[3] Wolfgang Häusler: Ideen können nicht erschossen werden. Revolutionen und Demokratie in Österreich 1789–1848-1918. Molden Verlag Wien / Graz / Klagenfurt 2017, S. 163–172 (Von Palacký bis Masaryk).
[4] Deutsches Friedensbuch. Herausgegeben von Horst Ullrich, Walter Nowojski und Karl A. Mollnau. Aufbau Verlag Berlin und Weimar 1965, Johann Rist: An die christlichen Fürsten und Herren in Teutschland S. 102–105, hier S.102.
[5] Artikel Anuschka Tischer: Westfälischer Friede. In: Enzyklopädie der Neuzeit, Band 14. Verlag J. B. Metzler Stuttgart / Weimar 2011, Sp. 1020–1029.
[6] Deutsches Friedensbuch, Paul Gerhardt, Danklied für die Verkündigung des Friedens, S. 129–131, hier S. 129.
[7] Artikel Marcus Zuerius Boxhorn (1612–1653) von Johanna Keawzynski in: Winfried Blttcher (Hrsg), Europas vergessene Visionäre, Rückbesinnung in Zeiten akuter Krisen. Nomos Verlag Baden-Baden 2019, S. 88.–96.
[8] Vgl. u. a. Hermann Klenner: Des Thomas Hobbes bellum omnium contra omnes. Akademie Verlag Berlin (= Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften der DDR. Gesellschaftswissenschaften 1989; Immanuel Kant: Zum ewigen Frieden. Mit Texten zur Rezeption 1796–1800. Herausgegeben von Manfred Buhr und Steffen Dietzsch. Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig 1984.
[9] Vgl. Wilhelm Brauneder / Lothar Höbelt (Hrsg.): Sacrum Imperium. Das Reich und Österreich 1996–1806. Amalthea Verlag Wien / München / Berlin 1996; dazu Gerhard Oberkofler: Deutscher Machtblock in Europa? Wiener Visionen. Neues Deutschland vom 7. / 8. Juni 1997.
[10] Eva Priester: Kurze Geschichte Österreichzs. I. Entstehung eines Staates. Globus Verlag Wien 1946, S. 154–185; Gerhard Oberkofler: Eva Priester. Eine jüdische Frau im Kampf für eine gerechte Menschheit. Mit Originaltexten aus ihrem poetischen und essayistischen Werk. StudienVerlag Innsbruck / Wien 2022.
[11] Heinrich Scheel: Vor den Schranken des Reichskriegsgerichts. Mein Weg in den Widerstand. edition q Berlin 1993, S. 189.
[12] MEW 31 (1973), S. 204 (Brief an Friedrich Engels vom 6. April 1866).
[13] https://www.wirtschaftliche-gesellschaft.de/internationaler-preis-des-westfaelischen-friedens; Internationaler Preis des Westfälischen Friedens – Wikipedia
[15] https://de.wikipedia.org/wiki/Karel_Schwarzenberg
[16] Vgl. Noam Chomsky: Der neue militärische Humanismus. Lektionen aus dem Kosovo. Ein Sachbuch aus der edition 8, Zürich 2000, über Havel bes. S. 128–131.
[17] Ebenda; vgl. NATO Crimes in Yugoslavia. Documentary Evidence 24 March – 24 April 1999. Belgrade May 1999.
[19] Vgl. z. B. Ulrich Albrecht: Die Wiederaufrüstung der Bundesrepublik. Analyse und Dokumentation. Pahl Rugenstein Verlag Köln 1980.
[20] https://www.wirtschaftliche-gesellschaft.de/media/pages/presse/friedenspreis-2026/2c5089f25a-1777273963/2026_pi_friedenspreis-verleihung.pdf
[21] Eine der ersten dokumentarischen Veröffentlichungen dazu ist 1945 im Stern-Verlag Wien erschienen: Deutsche Greuel in Russland. Gerichtstag in Charkow..
[22] Z. B. Illegale Kriege. Wie die NATO-Länder die UNO sabotieren. Eine Chronik von Kuba bis Syrien. Orell Füssli Verlag AG Zürich 1. A. 2016 (mehrere Auflagen); derselbe: Imperium USA. Die skrupellose Weltmacht. Orell Füssli Verlag AG Zürich 1. A. 2020; NATO Geheimarmeen in Europa Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung. Verlag Westend Neu Isenburg 2022.
[23] Daniele Ganser – Wikipedia; die Universität Innsbruck beteiligt sich an dieser Kampagne: Pseudowissenschaftliche Verführung oder warum wir Daniele Ganser nicht einfach ignorieren sollten – Universität Innsbruck
[24] Z. B. https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2022–06/papst-interview-civilta-cattolica-krieg-ukraine-kyrill-weltkrieg.html
[25] Papst-Botschaft an Jugend in Mexiko: „Macht Lärm“ – Vatican News
[26] https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2019–04/papst-franziskus-apostolisches-schreiben-synode-christus-vivit.html
[27] Papst an EU-Jugend: „Gemeinsam für ein Kriegsende einsetzen“ – Vatican News
[28] Vol. 21 No. 55 (2024): Ignacio Ellacuría: filósofo, teólogo, luchador por la justicia y la paz. Vigencia y actualidad de su legado intelectual
[29] Gerhard Feldbauer: Ein Vorbild für den Frieden? Fragt sich nur, für welchen Frieden. Junge Welt vom 2. Juli 2026.
[30] Papst Fanziskus: Für eine Wirtschaft, die nicht tötet. Wir brauchen und wir wollen Veränderung. Mit einer Einführung von Thomas Seiterich. Publik Forum Camino Stuttgart 2015.
[31] Home – socioMovens – Giving Europe a Soul
[32] https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2026–05/d‑westfalischer-jugend-friedenspreis-kirchlic-osteuropa-projekt.html
[33] https://zeitungderarbeit.at/feuilleton/im-kampf-um-die-jugend-in-kriegszeiten/ (Gerhard Oberkofler)
[34] Pater Leppich spricht. 3x Satan. Bastion Verlag Düsseldorf 3. A. August 1957; Christentum als Drohbotschaft und als Frohbotschaft – Zeitung der Arbeit (Gerhard Oberkofler)
[35]0 Albert Einstein über den Frieden. Weltordnung oder Weltuntergang. Hg. von Otto Nathan und Heinz Norden. Vorwort von Bertrand Russel. Übersetzung der englischen und französischen Originale von Will Schaber. Melzer Verlag Neu-Isenburg 2004, S. 590; dazu Österreich benötigt mehr denn je ein „Gesetz zum Schutz des Friedens“ – Zeitung der Arbeit (Gerhard Oberkofler)
[36] MEW 7 (1973), S. 553 f.
[37] Sigmund Freud Essays III. Auswahl 1920 bis 1937. Herausgegeben von Dietrich Simon. Verlag Vok und Welt. Berlin 1988, S. 411–425, hier S. 418.















































































