Die Donau-Universität Krems liefert dieser Tage ein besonders deutliches Beispiel dafür, wohin die Unterordnung der österreichischen Hochschulpolitik und die Interessen des Kapitals, die Ökonomisierung von Universitäten führt. Während sich die Bundesregierung mit steigenden Universitätsbudgets bis 2027 selbst feiert – insgesamt sollen die Mittel sogar um 50 Prozent steigen –, muss die Universität für Weiterbildung Krems massive Einsparungen vornehmen. Rund zehn Prozent des Gesamtbudgets, also sieben bis acht Millionen Euro, sollen ab dem kommenden Jahr gekürzt werden. Diese Entwicklung entlarvt die Jubelmeldungen aus Wien als das, was sie sind: Propaganda, die die tiefen strukturellen Probleme des Hochschulsystems verdeckt.
Dabei sind die Folgen der Budgetlücke längst konkret sichtbar. Die Universitätsleitung hat 43 Beschäftigte beim AMS-Frühwarnsystem zur Kündigung angemeldet. Betroffen sind Menschen aus der Wissenschaft ebenso wie aus Verwaltung und Administration. In Gesprächen mit dem Betriebsrat soll nun geklärt werden, wie viele der Betroffenen am Ende tatsächlich ihren Arbeitsplatz verlieren. Parallel dazu kündigt die Universitätsleitung an, Stellen, die durch Pensionierungen frei werden, nicht mehr nachzubesetzen, befristete Verträge auslaufen zu lassen und geplante Positionen gar nicht erst zu schaffen. Auch Arbeitszeitreduktionen und „punktuelle“ Stellenstreichungen stehen im Raum – Formulierungen, die beschönigen sollen, dass hier ein Sparkurs auf dem Rücken der Beschäftigten durchgezogen wird.
Die Realität spricht für sich: Wenn eine Universität mit fast 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gezwungen ist, dutzende Kündigungen vorzubereiten und gleichzeitig einen umfassenden Einstellungsstopp verhängt, ist das weit mehr als ein „punktueller“ Personalabbau. Es ist ein massiver Einschnitt, der die Arbeitsbedingungen in Forschung, Lehre und Verwaltung auf Jahre belasten wird.
Auffällig ist vor allem der Widerspruch zwischen offiziell steigenden Budgets und der Notwendigkeit zu sparen. Die Erklärung dafür liegt nicht in Misswirtschaft, sondern im System. Die Teuerung frisst die zusätzlich bereitgestellten Mittel auf, während das Hochschulfinanzierungsmodell die Universitäten zwingt, wie Unternehmen zu agieren: Rücklagen müssen gebildet werden, Wettbewerbslogiken bestimmen die Ressourcenverteilung, und Prestigeprojekte wie internationale Kooperationen müssen um jeden Preis aufrechterhalten werden. Dass die Donau-Uni zuletzt Rücklagen im Millionenbereich auflösen musste, zeigt, wie fragil dieses System ist. Und dass gerade jetzt an Personal gespart wird, obwohl die Universität selbst von steigenden Anfängerzahlen spricht, verdeutlicht den grundlegenden Widerspruch: Der gesellschaftliche Bedarf wächst, doch die öffentlichen Institutionen werden finanziell ausgehungert und nicht ausfinanziert.
Die sogenannte Universitätsautonomie wird dabei zum politischen Instrument, um Verantwortung von der Bundesregierung auf die Hochschulen abzuwälzen. Offiziell entscheidet jede Universität selbst über ihre Budgetverwendung, praktisch aber zwingt der Staat ihnen Sparprogramme auf, deren Umsetzung dann als „interne Maßnahme“ verkauft wird. Die Leidtragenden dieser Politik sind die Beschäftigten, deren Arbeitsplätze und Lebensgrundlagen zu variablen Kosten werden. Und leidtragend ist letztlich auch die Gesellschaft, der hier eine funktionierende, gut ausgestattete öffentliche Bildungs- und Forschungslandschaft entzogen wird.
Profitabilität ersetzt gesellschaftliche Verantwortung, und die Beschäftigten werden zu Verschiebemasse im Kampf um knappe Mittel. In einem System, das Forschung und Lehre nur dann fördert, wenn sie sich in betriebswirtschaftliche Kennzahlen übersetzen lassen, ist es kaum verwunderlich, dass Universitäten selbst in Zeiten angeblich steigender Budgets sparen müssen. Die Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen sind an allen Universitäten in Österreich sind prekär, nicht nur für das wissenschaftliche Personal, auch in der Administration. Während unter der Anstellung als Professorin oder Professor der Beschäftigten befristet beschäftigt sind und sind die Einkommen für die jeweilige Qualifikation im Vergleich zur Wirtschaft schlecht. Erwartet wird Exzellenz, Mobilität und Flexibilität, gegeben wird schlechtes Einkommen, Stress und keine Absicherung.



















































































