Nach dem Drohnenangriff auf einen britischen Militärstützpunkt auf Zypern ist auf der Insel eine neue Debatte über einen möglichen Beitritt zum westlichen Militärbündnis entbrannt.
Nikosia. Präsident Nikos Christodoulidis erklärte in einem Interview mit dem griechischen Sender Skai, Zypern wäre bereit, sofort einen Antrag auf Aufnahme in die NATO zu stellen. „Wenn es möglich wäre, würden wir sogar morgen einen Antrag einreichen“, sagte der Präsident.
Gleichzeitig betonte Christodoulidis, dass sein Land bereits Vorbereitungen für einen möglichen Beitritt treffe. Auf militärischer, operativer und administrativer Ebene werde daran gearbeitet, die Voraussetzungen zu schaffen, damit Zypern handeln könne, „sobald die politischen Bedingungen das zulassen“.
Angriff auf britischen Militärstützpunkt
Auslöser der aktuellen Diskussion war ein Drohnenangriff auf den britischen Luftwaffenstützpunkt RAF Akrotiri nahe der Hafenstadt Limassol in der Nacht auf Montag. Nach Angaben der Behörden kam es dabei zu keinen Verletzten, es entstand lediglich geringer Sachschaden.
Der Angriff ereignete sich vor dem Hintergrund der zunehmenden Verwendung der britischen Basen auf Zypern für Angriffe auf den Iran. Kurz zuvor hatte der britische Premierminister Keir Starmer den USA angeboten, britische Militärbasen für Angriffe gegen den Iran zu nutzen.
Türkei blockiert NATO-Kurs
Trotz der Bereitschaft der zyprischen Regierung bleibt ein NATO-Beitritt derzeit unwahrscheinlich. Christodoulidis verwies darauf, dass die Türkei als Mitglied des Bündnisses einen Beitritt Zyperns seit Jahren ablehnt. Über neue Mitglieder entscheidet die NATO einstimmig.
Kommunistische Parteien warnen vor weiterer Militarisierung
Linke und kommunistische Kräfte auf Zypern sehen die aktuellen Entwicklungen kritisch. Die AKEL sowie die Kommunistische Initiative Zyperns hatten bereits nach dem Drohnenangriff vor den Gefahren gewarnt, die von der Präsenz ausländischer Militärbasen auf der Insel ausgehen. Sie fordern die Auflösung der britischen Stützpunkte und lehnen jede militärische Beteiligung Zyperns an Konflikten in der Region ab.
Auch die Kommunistische Partei Griechenlands kritisierte die zunehmende militärische Einbindung der Insel. Die Partei warnt, dass Zypern und Griechenland dadurch selbst zu möglichen Zielen von Vergeltungsangriffen werden könnten.
Vor diesem Hintergrund argumentieren die kommunistischen Parteien, dass eine stärkere Einbindung in die NATO die Insel nicht sicherer mache, sondern sie noch tiefer in die militärischen Konflikte der Region hineinziehen wird.
Quelle: ORF



















































































