Frankfurt/München. Der Streik der Pilotinnen und Piloten bei der Lufthansa hat auch am zweiten Tag massive Auswirkungen auf den Flugverkehr. Hunderte Flüge wurden gestrichen, vor allem an den großen deutschen Drehkreuzen Frankfurt und München.
Am Flughafen Frankfurt fielen nach Angaben des Betreibers Fraport rund 450 der geplanten 1.225 Starts und Landungen aus. In München wurden etwa 180 von rund 800 Flugbewegungen abgesagt. Insgesamt wurden an beiden Standorten mehr als 600 Flüge gestrichen. Auch Österreich ist indirekt betroffen. Am Flughafen Salzburg wurden jeweils drei Flüge von und nach Frankfurt annulliert. Am Flughafen Wien-Schwechat fiel ein Abendflug nach Frankfurt aus.
Der Streik bei der Lufthansa-Kerngesellschaft sowie bei der Frachttochter Lufthansa Cargo begann bereits am Vortag und soll bis Mitternacht dauern. Erst ab morgen wird wieder ein normaler Flugverkehr erwartet.
Konflikt um Pensionen
Im Zentrum des Tarifkonflikts stehen die Betriebspensionen der rund 4.800 Pilotinnen und Piloten. Wie in vielen Branchen versucht das Management, langfristige soziale Sicherheiten abzubauen oder zu verschlechtern – ein bekanntes Muster in der europäischen Luftfahrtindustrie.
Während Airline-Konzerne in den vergangenen Jahren milliardenschwere staatliche Unterstützung erhielten und Dividenden an Aktionäre ausschütteten, wird bei den Beschäftigten zunehmend an Arbeitsbedingungen und sozialen Ansprüchen gespart.
Arbeitskampf statt Sparpolitik
Der Streik zeigt, dass diese Politik nicht widerspruchslos hingenommen wird. Ohne Pilotinnen und Piloten, ohne Technikerinnen und Techniker, ohne Bodenpersonal bleibt jedes Flugzeug am Boden – unabhängig davon, wie groß ein Konzern oder wie hoch seine Börsenbewertung ist.
Arbeitskämpfe wie dieser erinnern daran, wer in Wirklichkeit die Luftfahrt am Laufen hält: nicht die Aktionäre und Manager, sondern die Beschäftigten selbst.
Quelle: ORF

















































































