Die nordirische Rap-Crew Kneecap hat angekündigt, sich einem internationalen Hilfskonvoi nach Kuba anzuschließen. In einem Instagram-Beitrag erklärte das Trio aus Belfast: „Nächste Woche werden wir uns dem Nuestra América Convoy nach Kuba anschließen und lebenswichtige Hilfsgüter für das kubanische Volk liefern.“ Der Konvoi soll am 21. März in Havanna eintreffen.
Die Initiative ist Teil einer internationalen Solidaritätskampagne gegen die jahrzehntelange illegalen Wirtschafts‑, Handels- und Finanzblockade der USA gegen die sozialistische Karibikinsel. Aktivisten aus verschiedenen Ländern wollen mit dem Konvoi Hilfsgüter liefern – vor allem aber die Aufmerksamkeit auf die schwierige Lage des Landes lenken.
Kneecap formulierte die politische Motivation ihres Engagements deutlich. Die US-Regierung versuche, „die Insel zu erdrosseln“, indem Treibstoff, Flüge und wichtige Lieferungen blockiert würden. „Es ist Zeit, die Belagerung zu durchbrechen – und für Kuba einzustehen, so wie Kuba für uns eingestanden ist“, erklärte die Band.
Damit knüpfen die Musiker bewusst an die lange Tradition internationalistischer Solidarität an. Kuba unterstützte über Jahrzehnte antikoloniale Bewegungen weltweit – von Afrika bis Lateinamerika aber sendet auch bis heute beispielsweise immer wieder Ärztinnen und Ärzte in Krisengebiete in der ganzen Welt und zeigt praktische Solidarität.
Politischer Druck gegen Kneecap gescheitert
Auch Kneecap steht seit längerem im Fokus politischer Kontroversen. Die Band ist für ihre scharfe Kritik an der israelischen Kriegführung im Gazastreifen und ihre klare Solidarität mit Palästina sowie ihrer Haltung zu Irland bekannt.
Im vergangenen Jahr versuchte die britische Justiz, gegen den Rapper Liam Óg Ó hAnnaidh, der unter dem Künstlernamen Mo Chara auftritt, ein Verfahren wegen angeblicher Unterstützung einer Terrororganisation einzuleiten. Ihm wurde vorgeworfen, bei einem Konzert in London eine Fahne der libanesischen Hisbollah geschwenkt zu haben.
Ein Gericht stellte das Verfahren jedoch bereits im vergangenen September wegen formaler Fehler ein und erklärte die Anklage für nichtig. Auch im Berufungsverfahren scheiterte die Staatsanwaltschaft nun mit dem Versuch, den Prozess wieder aufzunehmen. Die Band hatte die Vorwürfe stets als politisch motivierten Versuch bezeichnet, ihre Stimme zum Schweigen zu bringen.
Schwere wirtschaftliche Lage
Die wirtschaftliche Situation Kubas hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft. Neben den Folgen der Pandemie und globaler Krisen spielt vor allem die verschärfte US-Blockade eine zentrale Rolle. Sanktionen gegen Energie- und Transportsektoren sowie der Druck auf Drittstaaten, keine Geschäfte mit der Insel zu machen, erschweren die Versorgung des Landes erheblich.
Besonders der Treibstoffmangel hat in den vergangenen Jahren immer wieder zu Stromausfällen und Produktionsproblemen geführt. Kuba verlor mit dem völkerrechtswidrigen Vorgehen in Venezuela zudem einen weiteren wichtigen wirtschaftlichen Partner und Lieferketten, was die ohnehin schwierige Lage weiter verschärfte. Vor diesem Hintergrund versuchen internationale Solidaritätsinitiativen wie der Nuestra América Convoy zumindest begrenzte materielle Hilfe zu leisten – und gleichzeitig politischen Druck gegen die Blockade aufzubauen.
Dialog trotz Konfrontation
Trotz der aggressiven Politik aus Washington hat die kubanische Führung nun Bereitschaft zum Dialog gezeigt. Der Erste Sekretär der Kommunistischen Partei und Präsident Miguel Díaz-Canel bestätigte kürzlich, dass kubanische Vertreter Gespräche mit Vertretern der US-Regierung geführt haben.
Ziel sei es gewesen, „durch Dialog Lösungen für die bilateralen Differenzen zu finden“, erklärte Díaz-Canel. Die Gespräche sollten unter anderem klären, welche Probleme zwischen beiden Ländern gelöst werden müssten und in welchen Bereichen Zusammenarbeit möglich sei.
Der Präsident betonte, Kuba führe solche Gespräche „auf der Grundlage von Gleichheit und Respekt gegenüber den politischen Systemen beider Staaten, ihrer Souveränität und ihres Selbstbestimmungsrechts“. Gleichzeitig gehe es darum, Wege zu finden, die Sicherheit und den Frieden in der Region Lateinamerika und Karibik zu stärken.
Selbst in Zeiten „extremer Spannungen“ habe es immer wieder Möglichkeiten gegeben, Gesprächskanäle zu öffnen, erklärte Díaz-Canel. Die kubanische Revolution habe stets versucht, Räume des Verständnisses zu schaffen und Wege aus der Konfrontation zu finden.
Quelle: Consequence Sound/Instagram/902.gr/junge Welt



















































































