Während Washington und Tel Aviv militärisch weiter aufrüsten, wächst der Widerstand in der Region – und die Gefahr eines Flächenbrands nimmt zu. In aller Munde: Die mögliche Entsendung von US-amerikanischen Bodentruppen.
Islamabad. In Islamabad kamen die Außenminister von Pakistan, Saudi-Arabien, Türkei und Ägypten zusammen, um Wege zur Beendigung des Krieges gegen Iran zu suchen. Der Konflikt hat bereits Tausende Menschenleben gefordert und die globale Energieversorgung massiv erschüttert.
Im Zentrum der Gespräche standen die wirtschaftlichen Folgen der Eskalation: Gestörte Lieferketten, Unsicherheiten im internationalen Schiffsverkehr sowie steigende Energiepreise. Besonders die Blockade der Straße von Hormus wirkt sich bekanntlich weltweit aus.
Militärische Angriffe setzen sich unvermindert fort
Während diplomatische Bemühungen laufen, setzen Israel und die USA ihre militärischen Operationen fort. Israel griff erneut Ziele in Teheran an und erklärte, Einrichtungen der Raketen- und Waffenproduktion zerstört zu haben.
Iran reagierte mit mehreren Raketenangriffen auf israelisches Gebiet. Infolge der Angriffe mussten viele Menschen Schutz suchen. In einem Industriegebiet im Süden Israels brach nach einem Einschlag ein Feuer aus – ob durch einen direkten Treffer oder Trümmerteile, blieb zunächst unklar.
Auch zivile Infrastruktur geriet unter Beschuss: Ein Gebäude des Fernsehsenders Al-Araby TV in Teheran wurde getroffen. Augenzeugen berichteten von massiven Zerstörungen, obwohl sich dort nach eigenen Angaben keine militärischen Ziele befanden.
Washington bereitet offenbar Bodeneinsatz vor
Die Lage spitzt sich weiter zu, da die USA offenbar eine Ausweitung des Krieges planen. Tausende Marines wurden bereits in den Nahen Osten verlegt, erste Einheiten sind eingetroffen. Berichten zufolge prüft das Pentagon Optionen für einen möglichen Bodeneinsatz im Iran. Gleichzeitig sendet Washington Signale über Gesprächsbereitschaft – ein Widerspruch, den Teheran scharf kritisiert.
Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Baqer Qalibaf warf den USA vor, parallel zu diplomatischen Initiativen militärische Pläne voranzutreiben. Iran sei bereit, auf einen Einsatz von US-Truppen zu reagieren und lehne jede Form von politischem Druck entschieden ab.
Konflikt weitet sich auf gesamte Region aus
Der Krieg, der Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels begann, hat längst weitere Teile des Nahen Ostens erfasst. Die mit Iran verbündeten Huthi im Jemen griffen erstmals seit Beginn der Eskalation wieder Israel an. Zudem mehren sich Angriffe mit Drohnen in der Golfregion, etwa im Irak. Gleichzeitig wächst die Sorge um zentrale Handelsrouten wie das Rote Meer und die Meerenge Bab al-Mandab – beides Schlüsselstellen für den Welthandel.
Für Donald Trump wird die Situation zunehmend heikel. Angesichts bevorstehender Wahlen in den USA belastet der Krieg seine ohnehin schwachen Zustimmungswerte.
Zwar legte Washington einen Waffenstillstandsplan vor, doch Teheran lehnte diesen ab und brachte eigene Vorschläge ein. Beobachterinnen und Beobachter sehen die US-Regierung in einer schwierigen Lage: Eine weitere militärische Eskalation könnte den Konflikt verlängern und international isolieren, während ein diplomatischer Ausweg derzeit nicht in Sicht ist.
Die aktuelle Entwicklung zeigt vor allem eines: Während Teile der internationalen Gemeinschaft auf Deeskalation drängen, treiben die USA und Israel den Konflikt weiter voran – mit ungewissen Folgen für die gesamte Region und die Weltwirtschaft.
Quelle: Reuters


















































































