Gemüse aus Wien wird teurer. Was zunächst wie eine nüchterne Meldung aus der Landwirtschaft klingt, ist in Wahrheit Ausdruck einer Entwicklung, die weit über einzelne Produkte hinausgeht. Steigende Energiepreise, teurer Treibstoff, höhere Kosten für Verpackung – all diese Konsequenzen imperialistischer und völkerrechtswidriger Kriegs schlägt auf die Preisentwicklung durch. Die Betriebe geben diese Kosten weiter. Und am Ende landet die Rechnung dort, wo sie in solchen Fällen fast immer landet: bei der Arbeiterklasse, wie Otto Bruckner, der stellvertretende Vorsitzende der Partei der Arbeit Österreichs festhielt.
Die Produzenten sprechen von einem Anstieg der Kosten um bis zu 20 Prozent. Für sie ist klar, dass sich das in den Supermarktregalen niederschlagen wird – und zwar auf unbestimmte Zeit. Dass importierte Waren teilweise noch stärker betroffen sind, wird dabei als kleiner „Lichtblick“ für die heimischen Bauern präsentiert. Doch diese Perspektive greift zu kurz. Für die Mehrheit der Haushalte macht es keinen entscheidenden Unterschied, ob Lebensmittel „etwas weniger stark“ oder „besonders stark“ teurer werden. Entscheidend ist, dass sie überhaupt teurer werden – bei gleichzeitig stagnierenden Einkommen und ohnehin schon dauerhaft belastender Teuerung im Vorfeld.
In dieser Situation wird häufig auf politische Gegenmaßnahmen wie die Spritpreisbremse verwiesen. Doch ihre Wirkung bleibt mindestens begrenzt und ist Augenwischerei. Die soziale Schieflage wird dadurch nicht korrigiert, sondern bestenfalls leicht abgefedert.
Die Verteuerung von Lebensmitteln ist mehr als ein kurzfristiges Problem der Landwirtschaft. Sie ist Teil einer breiteren Entwicklung, in der steigende Preise auf stagnierende oder zu langsam wachsende Einkommen treffen.
Quelle: ORF


















































































