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Österreich verlegt 120 Soldaten nach Sarajevo

Schon seit Jahren ist Österreich eine der Hauptbesatzungsmächte in Bosnien-Herzegowina. Nun wird das Truppenkontingent zumindest vorübergehend ein weiteres Mal erhöht.

Wien/Sarajevo. Am Donnerstag aktivierte General Brice Houdet, einsatzführender Kommandant der Operation Althea in Bosnien-Herzegowina, die Reserveeinheit IRF (Intermediate Reserve Force). Davon betroffen sind neben bulgarischen, rumänischen und slowakischen Infanterieeinheiten, auch 120 österreichische Soldaten, vorrangig aus der Panzergrenadierbrigade, der Jägerbrigade sowie des Führungsunterstützungsbataillons. Die Operation Althea ist eine Militärmission der Europäischen Union und existiert seit 2004. Davor, seit dem Ende des Bosnienkrieges, gab es bereits ähnliche Missionen, ebenfalls mit österreichischer Beteiligung. Offiziell soll die Mission Frieden und Stabilität in Bosnien-Herzegowina sichern. In erster Linie dienen die Soldaten jedoch der Durchsetzung und Verteidigung der Interessen des EU-Monopolkapitals im Land.

Von den rund 600 Soldaten aus 19 Ländern, die an der Militärmission beteiligt sind, kommt ein wesentlicher Teil, aktuell noch zirka 160 Soldaten, aus Österreich. Seit 2009 stellte Österreich außerdem ununterbrochen die Generalmajore, also die Befehlshaber der Kräfte vor Ort. Derzeit hält Generalmajor Anton Wessely dieses Amt. Österreich ist damit eine Hauptbesatzungsmacht in Bosnien-Herzegowina, was nicht verwundert, da das österreichische Monopolkapital große Teile der bosnischen Volkswirtschaft beherrscht. Unter anderem ist Österreich der größte ausländische Direktinvestor in Bosnien-Herzegowina.

Die Verlegung der Reservekräfte wird mit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine begründet. Man befürchtet, dass der Konflikt in der Ukraine Auswirkungen auf den Westbalkan haben könne. Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) befürwortet die Erhöhung des österreichischen Truppenkontingents: „EUFOR Althea bekräftigt damit die Entschlossenheit, weiter für Stabilität und Sicherheit in Bosnien und Herzegowina Sorge zu tragen“. Auch Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) begrüßt die Entscheidung.

Quellen: Der Standard/WKO

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