Athen. Auf Initiative der Kommunistische Partei Griechenlands (KKE) fand am vergangenen Freitag, dem 12. März 2026 eine Telekonferenz von kommunistischen und Arbeiterparteien aus dem östlichen Mittelmeerraum und der Golfregion statt. Vertreterinnen und Vertreter aus Algerien, Zypern, Griechenland, Iran, Israel, Jordanien, Palästina, Sudan, Syrien und der Türkei nahmen an dem Austausch teil. Anlass war die dramatische Zuspitzung der Lage im Nahen Osten nach dem völkerrechtswidrigen Angriff der Vereinigte Staaten von Amerika und Israel auf den Iran.
Die einleitende Rede hielt Dimitris Koutsoumbas, Generalsekretär des Zentralkomitees der KKE. Er sprach von „extrem gefährlichen Bedingungen für die Völker der Region“ und verurteilte den Angriff als verbrecherische imperialistische Eskalation. Bereits jetzt habe die Militäraktion Hunderte zivile Todesopfer gefordert und massive Zerstörungen verursacht. Gleichzeitig drohe der Konflikt, den gesamten Golfraum, das östliche Mittelmeer sowie den Kaukasus in einen größeren Krieg hineinzuziehen – während der Krieg in der Ukraine bereits in sein fünftes Jahr gehe.
Kritik an der Rolle Griechenlands
Scharfe Kritik übte die KKE an der Politik der griechischen Regierung unter der konservativen Nea Dimokratia, die laut Koutsoumbas von anderen bürgerlichen Parteien wie PASOK und SYRIZA unterstützt werde. Griechenland vertiefe seine Beteiligung an imperialistischen Interventionen und orientiere sich eng an den strategischen Plänen von NATO und Europäische Union.
Das Land werde zunehmend zu einem militärischen Aufmarschgebiet des Bündnisses ausgebaut. US-Militärbasen würden erweitert, Waffenlieferungen an die ukrainische Regierung unter Wolodymyr Selenskyj unterstützt und strategische Beziehungen zu Israel ausgebaut. Gleichzeitig seien Einheiten der griechischen Streitkräfte bereits in internationalen Einsätzen im Roten Meer, im Persischen Golf und auf dem Balkan stationiert. Auch eine mögliche Entsendung griechischer Truppen in den Gazastreifen werde diskutiert.
Nach Einschätzung der KKE erhöht diese Politik nicht die Sicherheit der Bevölkerung, sondern mache Griechenland selbst zu einem möglichen Ziel militärischer Vergeltungsschläge.
„Neuer Naher Osten“ und geopolitische Rivalität
Die KKE sieht hinter der Intervention der USA und Israels umfassendere strategische Ziele. Der Angriff auf Iran stehe im Zusammenhang mit Plänen zur Neuordnung der Region und zur Kontrolle von Energiequellen und Handelsrouten. Dazu gehörten etwa die sogenannten Abraham-Abkommen zwischen Israel und mehreren arabischen Staaten sowie der geplante Wirtschaftskorridor India–Middle East–Europe Economic Corridor (IMEC).
Diese Projekte richten sich auch gegen den wachsenden Einfluss Chinas und dessen Infrastrukturinitiative Neue Seidenstraße. Im Zentrum der Konkurrenz zwischen den großen kapitalistischen Mächten stehen Rohstoffe, Energiequellen, seltene Erden und strategische Transportwege.
Iran spielt in diesem geopolitischen Konflikt eine Schlüsselrolle. Die massive militärische Präsenz der USA und ihrer Verbündeten in der Region – darunter mehrere Flugzeugträger – scheint darauf abzuzielen, die geopolitische Position der iranischen Führung zu schwächen. Koutsoumbas warnte zudem vor möglichen Versuchen, Iran nach dem bekannten imperialistischen Prinzip „Teile und herrsche“ zu destabilisieren oder zu zerschlagen.
Solidarität mit Palästina
Die KKE bekräftigte in der Konferenz auch ihre Unterstützung für das palästinensische Volk und verurteilte die israelische Besatzungspolitik sowie die militärische Offensive im Gazastreifen. Diese werde von den USA, der NATO und der EU politisch gedeckt.
Die Partei kritisierte außerdem Versuche, den palästinensischen Befreiungskampf zu diffamieren oder Täter und Opfer gleichzusetzen. Solche Positionen würden auch von Teilen der griechischen Regierung vertreten, die sich hinter die Politik des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu gestellt hätten.
Aufruf zu internationalem Widerstand
Abschließend rief die KKE zu verstärktem Widerstand der Arbeiterbewegung gegen Krieg und Militarisierung auf. Gewerkschaften und soziale Bewegungen in Griechenland hätten bereits Aktionen organisiert, um NATO-Transporte über Häfen und Infrastruktur zu blockieren.
Die Partei betonte, dass Arbeiterinnen und Arbeiter im Kriegsfall keine gemeinsamen Interessen mit den herrschenden Klassen hätten. Das verbreitete geopolitische Dilemma zwischen einem „euro-atlantischen“ oder „eurasischen“ Block sei eine falsche Alternative, die den Interessen der Bevölkerung widerspreche.
Die Hoffnung auf Frieden und Sicherheit könne nur durch den gemeinsamen Kampf der Völker entstehen, so Koutsoumbas. Langfristig liege der Ausweg aus Krieg und imperialistischer Konkurrenz im Sturz des kapitalistischen Systems und im Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft.
Quelle: KKE
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