Am 29. März 1886 endete das erste offizielle Duell um den Titel des Schachweltmeisters. Der Österreicher Wilhelm Steinitz (1836–1900) gewann und kürte sich zum “Champion of the World”.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war der Schachsport bereits hoch und professionell entwickelt. Prominente Berufsspieler konkurrierten bei großen internationalen Turnieren um namhafte Geldsummen, und dies unter bedeutender Teilnahme zahlreichen Publikums und vieler Zeitungen.
Und so war es auch die richtig Zeit, um endlich den ersten Weltmeister zu küren. Zuvor galt lange Zeit Adolf Anderssen aus Preußen als – inoffizielle – Nummer 1, bis ihn der Österreicher Wilhelm Steinitz 1866 in einem viel beachteten Duell besiegte – und doch war es nur ein kleiner Gegenschlag für Königgrätz. Denn es sollte nochmals bis 1886 dauern, bis es zum allerersten Duell um den offiziellen Titel des Schachweltmeisterkommen sollte.
Der in den USA lebende Österreicher Steinitz war gewissermaßen gesetzt – er galt als Verteidiger des Top-Spots. Dem gegenüber betrachtete man den für Großbritannien antretende polnisch-deutschen Spieler Jan Zukertort als aufsteigenden Stern. Unter diesen Bedingungen begann das WM-Turnier am 11. Januar 1886 in New York, 20 Partien waren zu absolvieren. Zukertort startete furios, beim Stand von 4:1 wechselte man von New York nach St. Louis. Dort kam jedoch Steinitz seinerseits mit vier Siegen und einem Remis in Fahrt – und die restlichen Partien sollten in New Orleans stattfinden.
Und dort machte Steinitz sodann alles klar: Der zunehmend nervöse und leicht kränkliche Zukertort konnte nur noch eine Partie für sich entscheiden, am Ende gewann Steinitz am 29. März 1886 mit einem Gesamtscore von 10 zu 5. Damit war er der erste Weltmeister der Schachgeschichte – und bislang der einzige aus Österreich. Er verteidigte seinen Titel dreimal erfolgreich, erst 1894 verlor er ihn gegen den Deutschen Emil Lasker.



















































































