Der US-amerikanische Rüstungskonzern Lockheed Martin behauptete seine Position als weltweit größter Waffenproduzent, wie das SIPRI ‑Ranking der hundert größten Rüstungs- und Militärdienstleistungsunternehmen zeigt. Laut SIPRI stieg der Gesamtumsatz dieser hundert Unternehmen im Jahr 2024 um 5,9 Prozent auf 679 Milliarden US-Dollar – der höchste jemals vom Institut verzeichnete Wert. Die 39 US-amerikanischen Unternehmen unter den Top 100 steigerten ihren Gesamtumsatz auf 334 Milliarden US-Dollar, was fast der Hälfte des Gesamtumsatzes aller hundert größten Unternehmen entspricht. China war mit acht Unternehmen in der Rangliste vertreten, deren Gesamtumsatz 88,3 Milliarden US-Dollar betrug.
SIPRI stellt ausdrücklich fest, dass die gestiegenen Einnahmen in den USA und Europa den globalen Anstieg maßgeblich angetrieben haben, während die Kriege in der Ukraine und im Gazastreifen sowie die allgemeine militärische Aufrüstung günstige Bedingungen für die weitere Expansion geschaffen haben. Die Entwicklung belegt einmal mehr, dass die Rüstungsindustrie kein Randsektor, sondern ein zentraler Bestandteil der Reproduktion des Kapitals in der Gegenwart ist.
Wenn sich die Konflikte zwischen Staaten verschärfen, wenn Blöcke aufrüsten und wenn Kriege im Gange sind oder vorbereitet werden, steigen nicht nur die Militärbudgets, sondern eben auch die Einnahmen privater und halbstaatlicher Unternehmen.
Die Dominanz von Lockheed Martin ist daher nicht nur eine amerikanische Industrieneuheit, sondern zeigt deutlich die Art und Weise, wie das Zentrum des Imperialismus weiterhin Staatsapparat, Geostrategie und private Profite miteinander verknüpft. Die Tatsache, dass in der russischen Zusammenfassung fünf chinesische Unternehmen erwähnt wurden, deckt sich jedoch nicht mit dem jüngsten Bericht von SIPRI, der acht chinesische Unternehmen unter den Top 100 für 2024 auflistet und nicht, wie behauptet, nur fünf chinesische Unternehmen in den Top 20. Man sollte die Zahlen hier also mit Vorsicht genießen.
Entscheidend ist aber ohnehin das Gesamtbild. Das Wachstum der Rüstungsindustrie ist kein Zufall, verursacht durch „weltweite Unruhen“, sondern eine direkte Folge der imperialistischen Strukturen. Kriege steigern die Profite, Bedrohungen legitimieren neue Ordnungen und ganze Gesellschaften werden immer enger an eine militarisierte Wirtschaftsordnung gebunden. Unter diesen Bedingungen erscheinen Unternehmen wie Lockheed Martin nicht nur als Lieferanten des Staates, sondern als aktive Gewinner in einer Welt, in der Rüstung, Blockpolitik und permanente Konflikte zum normalen Funktionieren des Kapitals gehören. Wenn die Umsätze der Rüstungshersteller Rekorde brechen, während gleichzeitig die Arbeiter unter Inflation, Kürzungen und sozialer Unsicherheit leiden, wird deutlich, welche Interessen Priorität haben: nicht die Bedürfnisse der Bevölkerung, sondern die Gewinne der Kriegswirtschaft.
Quelle: RikpunKt


















































































