Zwei Gebäude in zentralen Lagen stehen seit Jahren leer – während gleichzeitig bezahlbarer Wohnraum dringend gebraucht wird. Lösungen lassen weiter auf sich warten.
Wien. In der Hauptstadt stehen zwei Wohnhäuser seit längerer Zeit weitgehend ungenutzt da, obwohl der Bedarf an Wohnraum hoch ist. Betroffen sind ein Gebäude in der Gumpendorfer Straße im 6. Bezirk sowie eines in der Harmoniegasse im 9. Bezirk. Beide Objekte waren zeitweise besetzt, doch auch nach dem Auszug der Aktivistinnen und Aktivisten hat sich an ihrer Situation kaum etwas geändert.
Das Haus in der Gumpendorfer Straße 63 wurde rund ein Jahr lang genutzt, bevor die Besetzung im Mai 2025 endete. Seither steht es leer und wird von der Baupolizei beobachtet. Anfang 2025 seien Sicherheitsmängel festgestellt worden, erklärte ein Vertreter der Behörde gegenüber „Wien heute“. Demnach habe es unter anderem beschädigte Fenster und eine potenzielle Absturzgefahr durch einen Schacht im Durchgang gegeben.
Die festgestellten Schäden wurden lediglich provisorisch behoben. Eine Metalltür verhindert nun den Zutritt Unbefugter, weitere Maßnahmen blieben bislang aus. Während der Bezirk auf neuen Wohnraum hofft, gestaltet sich die Zukunft des Hauses schwierig: Der Eigentümer ist insolvent, und der zuständige Verwalter versucht, die Immobilie zu verkaufen. Dieser erklärte, die Verwertung sei vor allem wegen ungünstiger Marktbedingungen kompliziert gewesen, inzwischen befinde sich jedoch ein Kaufvertrag in Abwicklung. Details zum Käufer oder zu den Plänen für das Gebäude nannte er nicht.
Auch in der Harmoniegasse ist keine rasche Lösung in Sicht. Nach einer Besetzung im April 2024 rückte das Gebäude kurzzeitig in den Fokus, doch inzwischen steht es erneut weitgehend leer. Besonders im Inneren zeigt sich ein fortschreitender Verfall, viele Wohnungen sind verschlossen.
Das Haus gehört einer Armenstiftung, verwaltet von der städtischen MA 40. Für eine notwendige Sanierung wird seit Jahren ein Investor gesucht. Laut einem Statement der Behörde liegen derzeit noch keine konkreten Angebote vor, weshalb Alternativen geprüft würden. Zudem seien rechtliche Fragen im Zusammenhang mit dem Stiftungsrecht zu klären. Genauere Informationen sollen in den kommenden Wochen folgen.
Während grundlegender Wohnraum fehlt und Häuser ungenutzt verfallen, zeigt sich einmal mehr, wie im bestehenden kapitalistischen System nicht der Bedarf der Menschen im Mittelpunkt steht, sondern die Verwertung von Immobilien – selbst dann, wenn das bedeutet, dass dringend benötigter Wohnraum leer bleibt.
Quelle: ORF


















































































