Italienischer Aristokrat wurde vernommen und ist unter Anklage wegen aktiver Teilnahme an „Menschenjagd“ in Sarajevo während des Bosnienkriegs in den frühen 1990er-Jahren.
Mailand/Sarajevo. In der letzten Phase des Kapitalismus sind die für das Leben entscheidenden Ressourcen und Produktionsmitteln eines Landes in sehr wenigen Händen konzentriert. Diese wenigen Hände nennt man Monopole. Kaum Aspekte des Lebens bleiben von der de facto Diktatur dieser Monopole und den Folgen ihrer gegenseitigen Konkurrenz unberührt. Die Brutalität dieser Gesellschaftsordnung ist ständig da. Ein paar Beispiele:
- Menschen müssen irgendwo schlafen, obwohl es sowohl genug Wohnungen als auch genug Baumaschinen und ‑stoffe und Arbeitskräfte für die Errichtung neuer Unterkünfte gibt
- Dringend hilfsbedürftige Menschen, die man in jedem Bahnhof sieht, werden einfach allein gelassen
- Menschen werden unterernährt, obwohl es genug Essen gibt (so viel sogar, dass in Wien täglich die Menge von Brot weggeschmissen wird, die den Bedarf an Brot der zweitgrößten Stadt Österreichs – Graz- abdecken würde)
Wesentlich sichtbarer ist aber die Barbarei des Systems nicht, wenn seine notwendige Profitorientierung die Abdeckung der menschlichen Bedürfnisse von Vielen nicht erlaubt. Die Barbarei von Kapitalismus und zwar seiner letzten Phase ist klar und deutlich, wenn die Profite bzw. deren Voraussetzungen ‑wie Ressourcen, Märkte und Transportwege- militärisch erkämpft werden müssen.
Die Beispiele für das menschliche Leid als greifbaren Ausdruck der Interessen der Monopole sind unendlich: Erster Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg, Vietnam, Irak, Iran, Palästina, Ukraine, Lateinamerika, das ganze Afrika und natürlich das damalige Gebiet von Jugoslawien. Dort, wo es stolze Arbeiter und Arbeiterinnen sowie Raum für Versuche zur Organisierung der Produktion von unten gab, haben die Imperialisten jeden Reibungspunkt gefunden und bestehende Differenzen zwischen den nationalen Gruppen befeuert.
Das Ergebnis? Krieg, Zersplitterung eines starken Landes, wieder und weiter Krieg, Geschäfte für Erste Bank, Lidl, Alpha Bank (Jubanka), Aktor, Strabag, Raiffeisen, verlorene Generationen und Brutalitäten. In anderen Worten: die besten Stoffe für einen Nährboden, wo Barbarei auch zur Perversität wachsen kann. Und diese Pflanze hat mehrmals geblüht und blüht noch immer: zurzeit wird in Italien ein Mann wegen Mordverdachts beschuldigt.
90.000 Euro für ein Menschenleben
Laut Zeugenaussagen hat der sehr wohlhabende Mann nobler Herkunft bezahlt, um mit seiner Waffe Menschen zu erschießen und zu töten. Die Anklage wird auch von physischen Beweisen unterstützt, wie eine Strichliste des mutmaßlichen Täters und seinen angeblichen Schalldämpfer. Der italienische Aristokrat ist aber nicht die erste Person, die beschuldigt wird, bei den sogenannten „Sarajevo Safaris“ teilgenommen zu haben. Ermittlungen werden auch gegen einen Österreicher durchgeführt. Anhand weiterer Zeugenaussagen haben auch Personen aus verschiedenen Ländern, wie USA, Russland, Deutschland, Frankreich, England, aber immer aus der oberen ökonomischen Minderheit- bezahlt, um bei „Sniper-Touren“, bei den lebende Menschen das Ziel sind, teilzunehmen. Die Organisatoren dieser Menschenjagden waren bosnisch-serbische Mordsbanden.
Der Preis, den die Mitglieder der herrschenden Klasse laut Zeugenaussagen bezahlten, um Personen aus unserer Klasse und den unteren Volkschichten zu jagen und zu töten, wäre verglichen mit derzeitigem Geldwert ca. 90.000 EUR pro Mensch und Leiche. Kinder und schwangere Frauen waren mit einem Aufpreis verbunden.
Dieser Fall erlaubt zwei mögliche Interpretationen. Die Reichen, also diese Personen, die nicht arbeiten gehen, sondern von Aktien und Dividenden leben, haben aufgrund ihrer parasitären Lebensweise perverse Hobbies entwickelt und töten zum Spaß. Oder sogar auch die psychisch gestörten Mitglieder der herrschenden Klasse haben verstanden bzw. instinktiv mitbekommen, dass das Proletariat und seine Verbündeten seriöse Gegner sein können und sie versuchen in jeder Instanz mehr von uns zu vernichten. Vielleicht ist die Wahrheit eine Kombination von beiden Interpretationen: sie bemühen sich, uns zu vernichten, damit sie ihre Herrschaft sichern und haben dabei auch Spaß.
So oder so gilt es: Kapitalismus und vor allem Imperialismus als seine letzte Phase ist brutal und wird ständig barbarischer und perverser. Die einheimischen Lakaien des Kapitals können oder wollen mit Begriffen wie imperialistischer Krieg nichts anfangen. Geschweige denn über seine Ursachen und Folgen. Daher reden sie noch immer über „Sozialpartnerschaft“. Partnerschaft mit welcher Rolle und mit wem? Als Beute für Menschenjäger?! Jede Sekunde, die wir nicht entscheidend und kämpferisch gegen das Kapital organisiert sind, ermöglichen wir dem Kapital, Personen aus unserer Klasse nicht nur ökonomisch auszubeuten, sondern auch physisch zu vernichten. Manchmal als Soldaten für ihre Profite, manchmal als um ihr Leben laufende, lebendige Ziele für ihr Vergnügen. Es gibt keine Partnerschaft mit dem Kapital, sondern nur Komplizenschaft oder Kampf dagegen.
Quellen: Lefimerida/New York Post/New York Post/BBC/Stadt Wien




















































































