Nach Jahren des Hin und Her klagt die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe nun erstmals einen Ukrainer in der Causa Nord Stream an.
Berlin/Washington/Kiew. Am 26. September 2022 erfolgte die Sprengung der Nord Stream Pipeline, welche drei der vier Rohre ein großes Leck zufügte. Nachdem der damalige US-Präsident Joe Biden bereits im Vorhinein damit drohte, die Pipeline zu sprengen, folgte nach der tatsächlichen Sprengung die absurde Anschuldigung, dass Russland selbst die Pipelines gesprengt hätte. Am 8. Februar 2023 veröffentlichte US-Journalist Seymour Hersh Informationen, die nachweisen, dass die Sprengung durch US-amerikanische und norwegische Geheimdienste durchgeführt wurde. Am 8. März 2023 sprach der US-Geheimdienst wiederum von ukrainischer Beteiligung. Am 25. August 2023 berichtete Der Spiegel, dass Ermittlungen des BKA, der Bundespolizei und des Generalbundesanwalts, dass höchstwahrscheinlich ein ukrainisches Kommando die Sprengung durchgeführt hatte. Am 12. November 2023 berichteten Der Spiegel und die Washington Post, dass der ukrainische Militär Roman Tscherwynsky die Operation koordinierte. Im Juni 2024 wurde schließlich erstmals ein Haftbefehl gegen den Ukrainer Wolodymyr S. erlassen. Wolodymyr S. wurde am 30. September 2025 in Polen festgenommen, aber anstatt ihn an Deutschland auszuliefern, wurde er freigelassen, da, wie der polnische Präsident Donald Tusk sagte, die Aufklärung des Anschlags auf die Nord Stream Pipelines nicht im polnischen Interesse sei. Auch die Zeitung der Arbeit berichtete über den bisherigen Verlauf.
Im Italienurlaub im Sommer 2025 wurde ein weiterer ukrainischer Verdächtiger, Serhij K., verhaftet und am 27. November 2025 an Deutschland ausgeliefert. Seitdem befindet sich Serhij K. in Untersuchungshaft in Hamburg. Er soll damals Offizier einer ukrainischen Spezialeinheit gewesen sein und gemeinsam mit einem Schiffsführer, einem Sprengstoffexperten und vier Tiefseetauchern von der Segelyacht Andromeda aus den Anschlag durchgeführt haben.
Entgegen der Argumentation von Serhij K.s Anwälten sieht der Bundesgerichtshof keine Immunität aufgrund seiner Position als Militär, da geheimdienstliche Gewaltakte nicht geschützt sind und die Nord Stream Pipelines kein militärisches Ziel waren.
Die Causa Nord Stream zeigt somit ganz klar die einander widersprechenden Profitinteressen der beteiligten Kapitalisten und ihren Regierungen:
- Russlands Interesse, Erdgas an Europa zu verkaufen.
- Deutschlands Interesse, günstiges Erdgas zu importieren, aber gleichzeitiges Interesse, Russland wirtschaftlich zu schwächen.
- Das Interesse u. a. der USA oder Norwegen, eigenes Erdgas an Europa zu verkaufen
- Das Interesse der Ukraine oder Polens, Russland wirtschaftlich zu schwächen, aber gleichzeitig positive Beziehungen mit Deutschland aufrechtzuerhalten
Das Ergebnis ist eine Situation, in der die Schuld hin und her geschoben wird. Mittlerweile scheint man sich aber einig zu sein, die Schuld der Ukraine zuweisen zu wollen. Dies geschieht auch im Kontext der laufenden Korruptionsermittlungen gegen zahlreiche Regierungsmitglieder der Ukraine und dem zunehmenden Fokus der US-Regierung auf den Nahen Osten, Südamerika und China. Die guten Beziehungen zur Ukraine spielen nun keine so große Rolle mehr. Weiters hatte Deutschland schon von Beginn an eine zahme, den US-Interessen untergeordnete Rolle. So nahm Deutschland die Drohungen seitens Joe Biden einfach hin, deutsche und österreichische Medien übernahmen in der Berichterstattung die Erzählung, das Russland selbst die Pipelines gesprengt hätte und ermittelt nun entsprechend der US-Geheimdienst Informationen, dass eine ukrainische Täterschaft naheliegend sei.
Quelle: SZ






















































































