Der mögliche Einstieg des deutschen Handelsriesen Rewe bei MPreis zeigt, wie stark sich der Lebensmittelhandel konzentriert. Für Konsument:innen, Beschäftigte und regionale Produzenten steht dabei mehr auf dem Spiel als die Zukunft eines einzelnen Tiroler Familienunternehmens.
Innsbruck. Beim Tiroler Lebensmittelhändler MPreis könnte eine strategische Entscheidung mit weitreichenden Folgen bevorstehen. Der deutsche Handelskonzern Rewe prüft Berichten zufolge eine Beteiligung von rund 25 Prozent an dem Völser Familienunternehmen. Noch ist jedoch nichts entschieden. Die Gespräche zeigen, wie sich die Kräfteverhältnisse auch im Lebensmittelhandel immer weiter in Richtung einer Monopolisierung verändern.
MPreis steckt seit Jahren in einer wirtschaftlich schwierigen Situation. 2024 erzielte das Unternehmen einen Nettoumsatz von rund 907 Millionen Euro, musste aber einen Verlust von 7,3 Millionen Euro verbuchen. Rund 5.500 Beschäftigte und etwa 270 Standorte hängen an der Zukunft des Unternehmens.
Ein strategischer Partner könnte MPreis finanziell und beim Einkauf stärken. Für Rewe wiederum wäre eine Beteiligung ein Schritt, um seine Position in Tirol auszubauen. Der Konzern ist hier bereits mit Billa vertreten. Eine Beteiligung an MPreis würde den Zugang zum Tiroler Markt noch einmal deutlich verbessern.
Vom Wettbewerb zur Konzentration
Der österreichische Lebensmittelhandel wird seit Jahren von wenigen großen Unternehmen dominiert. Spar, Rewe und Hofer sowie Lidl teilen einen Großteil des Marktes untereinander auf. Daneben gibt es kleinere und regionale Anbieter, deren wirtschaftliches Gewicht allerdings deutlich geringer ist und denen eben auch ein Schicksaal wie MPreis droht.
Der Lebensmittelhandel ist ein stark konzentrierter Markt. Und Konzentration bedeutet Macht – vor allem dort, wo Konzerne über enorme Einkaufsmengen verfügen. Für Handelskonzerne bedeutet Größe bessere Verhandlungspositionen gegenüber Lieferanten. Wer Millionenprodukte einkauft, kann andere Konditionen verlangen als ein kleiner Händler. Hierdurch wächst die Abhängigkeit der Produzenten von wenigen großen Abnehmern und sie können willkürlich Preise für alle Seiten diktieren um selbst die höchsten Profite zu machen.
Besonders betroffen sind regionale Lebensmittelproduzenten. Kleinere bäuerliche Betriebe, Molkereien, Bäckereien oder kleinere Lebensmittelhersteller brauchen den Zugang zu den Regalen der großen Handelsketten. Wenn wenige Unternehmen über diesen Zugang entscheiden, verfügen sie über erhebliche Marktmacht. Die verschärfte Konkurrenz um Marktanteile zeigt sich auch in sich verschärfenden Beschäftigungsbedingungen.
Quelle: Top Tirol




















































































