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Gaza: Ganze Familien werden ausgelöscht

In den letzten Wochen wurden bekannt, dass Israel mit Hilfe von KI gezielt ganze Familien von palästinensischen Kämpfern ermordete. Die Künstliche Intelligenz wurde dazu benutzt, die Standorte von Kämpfern ausfindig zu machen. Anschließend wurde gezielt zugeschlagen. Der jüngste Mord an Kindern und Enkelkindern von Ismail Haniyya, einem der fünf politischen Führer der Hamas, lässt Fortsetzung dieser Politik vermuten.

Die israelische Armee setzt gezielt Künstliche Intelligenz im Krieg gegen den palästinensischen Widerstand im Gazastreifen ein. Das Programm sollte die Standorte von Kämpfern ausfindig machen, um gezielte Schläge durchzuführen. Durch die komplette Kontrolle die Israel üb er den Gazastreifen schon vor dem Krieg ausübte, bot ein geeignetes Werkzeug für diese Art der Kriegsführung. Israel liegen Mobilfunkdaten oder Bewegungsprofile über nahezu alle 2,3 Millionen Bewohner Gazas vor, die von dem Programm genutzt wurden.

Das israelisch-palästinensische +972 Magazine und seine hebräischsprachige Partnerseite Sikha Mekomit förderten zutage, dass Israel das KI gesteuerte Zielerfassungssystem „Lavender“ im Krieg im Gazastreifen einsetzt. Der Journalist Yuval Abraham gründet seine Recherchen auf Insiderinformationen von sechs israelischen Geheimdienstoffizieren. Diese waren im seit mehr als sechs Monate andauernden Krieg mit der Auswahl von Zielen zur Tötung von Hamas-Kämpfern befasst.

Innerhalb von Sekunden entschieden

Den Recherchen zufolge war „Lavender“ insbesondere zu Beginn des Krieges von außerordentlicher Bedeutung. Die Ergebnisse der KI wurden so behandelt, als wären es Menschen, die die Entscheidung getroffen haben. Von Seiten der Militärführung wurden pauschale Genehmigungen für die Durchführung von Angriffen erteilt. Eine Quelle berichtet davon, dass maximal 20 Sekunden genutzt wurden, um Attacken auf ausgewählte Ziele zu genehmigen. Auf welche Daten und nachrichtendienstlichen Erkenntnisse sich die KI stützte, wurde nicht überprüft. In den 20 Sekunden wurde nur geprüft, ob es sich bei dem ausgewählten Ziel um ein männliches handelt.

Die Konsequenz dieser Politik sind fast 34.000 Tote seit Beginn des israelischen Mordens in dem Küstenstreifen. Weitere tausende Tote werden unter der Trümmerwüste des dicht besiedelten Gebietes vermutet. Mehr als 75.000 Menschen wurden verletzt. Israel fliegt durchschnittlich mehr als 200 Angriffe täglich. In den ersten Kriegswochen gibt das israelische Militär an, waren es mehr 6.000 Luftangriffe.

Ganze Familien ausgelöscht

„Lavender“ hat die Bewegungs- und Mobilfunkdaten, die Israel vorliegen mittels KI prüfen und mit den Profilen von bekannten palästinensischen Funktionären abgleichen lassen. Jeder von dem System überprüften Person wurde anschließen auf einer Skala von eins bis 100 eine Wahrscheinlichkeit zugeordnet, ob er oder sie einer Organisation des palästinensischen Widerstandes angehören. Das Ergebnis von „Lavender“ waren rund 37.000 Ziele für Angriffe der israelischen Armee.

Abrahams Quellen geben außerdem an, dass ein weiteres KI-Programm dazu benutzt wurde, die Bewegung der Ziele zu erfolgen. Der Name war dabei Programm, „Where’s Daddy?“ (dt. Wo ist Papa) signalisierte, wenn die Ziele Wohnhäuser betreten, und anschließend wurde die Freigabe für einen Angriff erteilt. Für die israelische Armee war es demnach am einfachsten die Ziele nachts und zuhause, wenn auch deren Familien anwesend sind, anzugreifen. Für die Tötung eines einfachen Verdächtigen wurden 15 bis 20 tote Zivilistinnen und Zivilisten in Kauf genommen. Für höher rangige Funktionäre des palästinensischen Widerstands wurden sogar mehr als hundert tote Zivilistinnen und Zivilisten in Kauf genommen. Die Folge davon ist, dass ganze Familien ausgelöscht wurden. Von den mehr als hunderttausend Toten und Verletzten sind, mehr als zwei Drittel Frauen und Kinder.

Der aktuelle Luftangriff Israels auf Familienangehörige von Ismail Haniyya lässt darauf schließen, dass das israelische Militär gezielt weiter versucht ganze Familien auszulöschen. Bei einem Luftangriff am heutigen Dienstag wurden Berichten zu Folge gezielt Fahrzeuge angegriffen, in denen sich mindestens drei Söhne und drei Enkelkinder Haniyyas befanden. Bereits in der Vergangenheit hatte das israelische Militär Cousins und Neffen des politischen Führers der Hamas ins Visier genommen.

Quelle: jW/AJ

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